Hamburg (dpa) - Nur dabei statt mittendrin: Die seit Wochen herbeigesehnte Rückkehr in sein Revier erlebt Gerald Asamoah aus der Vogelperspektive.

Wegen einer Gelb-Roten Karte im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt verpasst der «Königstransfer» des FC St. Pauli ausgerechnet die Rückkehr auf den Rasen seiner alten Wirkungsstätte Veltins-Arena. «Dass ich gegen Schalke 04 nur auf der Tribüne sitze, tut richtig weh», gestand der bei den Knappen-Fans noch immer beliebte Ex- Nationalspieler, dem nur das Daumendrücken auf der Tribüne bleibt. Dabei wollte es Asamoah seinem Ex-Coach Felix Magath unbedingt zeigen, dass es ein Fehler war, ihn vor der Saison zum Aufsteiger nach Hamburg ziehen zu lassen.

«Natürlich habe ich mich sehr auf das Schalke-Spiel gefreut», sagte der 32-Jährige, der es in seiner erfolgreichen Zeit auf Schalke zu Kultstatus brachte und ein Fan-Liebling wurde. Elf Jahre hat der fast immer gut gelaunte und auf dem Rasen wieselflinke Mittelfeld- und Angriffsspieler für «Königsblau» alles gegeben.

Trotz vieler Rückschläge, darunter eine noch in seiner Zeit bei Hannover 96 festgestellte Herzkrankheit, dann wiederholt schwere Blessuren, war Kämpfer Asamoah stets ein Vorbild und erzielte in 279 Erstliga-Spielen für die Schalker 44 Tore. 43 Mal trug der Vize- Weltmeister von 2002 das Trikot der deutschen Nationalelf (sechs Tore).

Dennoch ließ Magath den aus seiner Sicht in die Jahre gekommenen Offensiv-Mann trotz eines bis 2011 laufenden Vertrages gehen. Und da die Knappen unbedingt Personal von ihrer Lohnliste haben wollten, kamen sie dem nur über einen begrenzten Spielraum verfügenden FC St. Pauli finanziell entgegen. Der Transfer klappte außerdem auch, weil Trainer Holger Stanislawski sowie der einst für Schalke und heute für die St. Paulianer tätige Sportchef Helmut Schulte sich sehr um den erfahrenen Dribbelkünstler bemühten. Sie vermittelten ihm so das Gefühl, dass sie ihn unbedingt haben wollten.

«Die Gespräche mit dem FC St. Pauli waren von Anfang an sehr angenehm», berichtete der gebürtige Ghanaer Asamoah, der seit seinem zwölften Lebensjahr in Deutschland lebt. Doch obwohl er sich in der Hansestadt und beim Kiez-Club wohl fühlt, wird er nach Ablauf seines Zweijahresvertrags von der Elbe in das Ruhrgebiet nach Gelsenkirchen zurückkehren. Denn es wurde vertraglich festgehalten, dass Asamoah nach seinem Karriere-Ende im Stab für «S04» arbeiten wird. Und dann könnte er auch wieder öfter den Rasen im riesigen Schalker Fußballtempel betreten.