Bochum (dpa) - Der Autobauer Opel kommt mit seinem Stellenabbau offensichtlich langsamer voran als geplant. «Die meisten Kollegen sind nicht bereit, die Abfindungsangebote anzunehmen», sagte Rainer Einenkel, der Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opel-Werks, der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Freitag).

Je nach Alter und Betriebszugehörigkeit sowie dem Einkommen der Beschäftigten können die Abfindungssummen bis zu 250 000 Euro betragen. Ein 50-Jähriger mit 24 Jahren Berufserfahrung und 3000 Euro Monatsgehalt kann mit einer Abfindung von rund 100 000 Euro rechnen.

Eigentlich habe Opel geplant, bis zum Jahresende 650 Stellen in Bochum abzubauen. «Bisher haben sich nur 170 Leute für die Abfindung gemeldet und den Abfindungsvertrag unterschrieben», sagte Einenkel. Einige davon wechseln in Transfergesellschaften. Darüber hinaus gebe es 70 Beschäftigte, die zur Probe im besser ausgelasteten Stammwerk in Rüsselsheim arbeiten. Dort gibt es offene Stellen, auf die sie wechseln könnten. Insgesamt will die GM-Tochter in Bochum 1800 von 4800 Stellen streichen.

Vor diesem Hintergrund werde der Ton im Unternehmen rauer, schreibt das Blatt. «Uns wurden zwangsweise Versetzungen von Beschäftigten aus Bochum nach Rüsselsheim angedroht. Und als letzter Schritt wären sogar betriebsbedingte Kündigungen möglich», sagte Einenkel. Der Bochumer Betriebsratschef setzt dagegen auf eine Lösung mit Arbeitszeitverkürzungen mit teilweisem Lohnverzicht.

Opel kämpft derzeit mit Überkapazitäten. Insgesamt will der Autobauer, der im ersten Halbjahr gemeinsam mit der britischen Schwester Vauxhall einen Verlust von 637 Millionen Dollar eingefahren hat, europaweit rund 8000 Stellen abbauen, davon weniger als die Hälfte in Deutschland.