Hamburg (dpa) - Das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg geht auf Sparkurs. 2011 will die größte deutsche Sprechbühne auf das Engagement von Gastschauspielern verzichten, kündigte Interimsintendant Jack Kurfess im «Hamburger Abendblatt» an.

Er will auch eine Produktion weniger herausbringen als bisher - «also nur sieben im großen Haus.» Außerdem müsse der Einsatz von namhaften Regisseuren eingeschränkt werden. «Diese bedeutenden Künstler können wir uns nicht mehr leisten. (...) Das, wofür das Schauspielhaus jahrzehntelang berühmt war, gibt es dann nicht mehr», sagte er.

Kurfess leitet seit dem überraschenden Rücktritt von Intendant Friedrich Schirmer Ende September das Schauspielhaus übergangsweise. Bei einem «Kulturgipfel» in der vergangenen Woche hatte der Hamburger Senat seine Sparvorgaben etwas abgemildert. Demnach muss das Theater in den kommenden beiden Spielzeiten zusammen 1,5 statt 2,4 Millionen Euro einsparen. Außerdem sollen ihm 2013 eine Million Euro Schulden erlassen werden, wenn es den Wirtschaftsplan eingehalten hat. Wie es danach weitergeht, ist unklar.

Derzeit habe das Schauspielhaus nur noch 26 Schauspieler, sagte Kurfess der Zeitung. «Noch stärker können wir nicht schrumpfen.» Trotz aller Sparzwänge gab sich Kurfess optimistisch: «Wir packen das jetzt mal an. Mit Lust und Freude.» Die Schauspieler zeigten in den Aufführungen, dass sie neue Kraft geschöpft hätten. «Diese Energie müssen wir aufnehmen, von der müssen wir uns tragen lassen», sagte er. «Ich versuche, alles zusammenzuhalten, bis ein neuer Intendant kommt.»