Washington (dpa) - Die Lage am amerikanischen Jobmarkt bleibt trübe - allerdings kamen im vorigen Monat erstmals seit Mai wieder mehr Stellen hinzu. Dies berichtete das US-Arbeitsministerium am Freitag.

Danach lag die Arbeitslosenquote im Oktober unverändert bei 9,6 Prozent. Einziger Lichtblick: Die größte Volkswirtschaft der Welt gewann 151 000 Jobs hinzu, weit mehr als doppelt so viele wie von Ökonomen prognostiziert.

US-Präsident Barack Obama nannte die Zahlen angesichts des Stellenzuwachses «ermutigend». Allerdings sei die Arbeitslosenquote nach wie vor nicht zu akzeptieren. «Wir müssen nach allen Wegen suchen, um Jobs zu schaffen.» Entsprechend wolle er sich auf seiner am Freitag beginnenden, zehntägigen Asien-Reise für die Öffnung der jeweiligen Märkte für amerikanische Produkte einsetzen.

Nach der Wahlschlappe seiner Demokraten-Partei warnte Obama zudem die Republikaner vor Blockade-Politik. Der wichtigste Wettbewerb finde zwischen Ländern statt, nicht zwischen den Parteien.

Die US-Notenbank (Fed) hatte am Mittwoch das Tempo der Konjunkturerholung in den USA als «enttäuschend langsam» bezeichnet und den weiteren Kauf von Staatsanleihen für 600 Milliarden Dollar angekündigt. Damit sollen die Kreditzinsen gesenkt und die Nachfrage angekurbelt werden. Ihr Mandat besagt, dass die Federal Reserve sowohl Preisstabilität wie auch Vollbeschäftigung sichern soll. Die neuerliche geldpolitische Lockerung der Fed hatte jedoch weltweit Skepsis und Kritik ausgelöst, unter anderem in Deutschland.

Nach Berechnungen von Fachleuten entspricht der im Oktober erreichte Stellenzuwachs genau der Zahl an Jobs, die benötigt werden, um die Arbeitslosigkeit nicht weiter steigen zu lassen. Um eine Lage nachhaltig zu verbessern, «brauchen wir ein viel stärkeres Wachstum», sagte Mark Zandi, Chefökonom des Wirtschaftsinstituts Moody's Analytics, im US-Wirtschaftssender CNBC nach Vorlage der Zahlen.

«Wir sehen eine schrittweise Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt», sagte Stephen Stanley, Chefökonom bei Pierpont Securities, der Wirtschaftsagentur Bloomberg vor Veröffentlichung der Daten. «Die Lage ist noch nicht gut, aber wir haben Wachstum, das sich wahrscheinlich beschleunigt. Kommt der Aufschwung voran, müssen die Firmen Leute einstellen, weil sie zuvor so viele entlassen haben.»