Sao Paulo (dpa) - Sebastian Vettel hat die ersten beiden Runden im WM-Kampf von Sao Paulo klar für sich entschieden. Der WM-Verfolger drehte im Training zum Großen Preis von Brasilien zwei Gala-Runden und düpierte mit jeweils deutlicher Bestzeit die Konkurrenz.

Überbewerten wollte Vettel das aber nicht. «Am Freitag geht es um die goldene Ananas, um nicht mehr», sagte der Heppenheimer. Vorne zu stehen sei kein schlechtes Zeichen. «Ich bin aber noch nicht hundertprozentig zufrieden. Wir können uns noch steigern.»

Vettel am nächsten kam sein Red-Bull-Teamkollege Mark Webber. Der Australier wies am Freitag nach zunächst 0,482 Sekunden Rückstand im zweiten Durchgang noch 0,104 Sekunden Abstand auf.

WM-Spitzenreiter Fernando Alonso musste dagegen einen Rückschlag einstecken. Ein Motorschaden am Ferrari stoppte den Spanier in der ersten Session kurz vor Schluss. Deshalb musste sich der zweimalige Champion mit einem enttäuschenden 13. Platz bei 1,9 Sekunden Rückstand begnügen. Danach lag er als Dritter 0,360 Sekunden hinter Vettel. Da Felipe Massa im zweiten Training ebenfalls mit Motorproblemen ausrollte, dürfte sich bei der Scuderia Nervosität breitmachen. McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton (Großbritannien) wurde Dritter und Vierter.

Vettels deutsche Kollegen konnten in den Kampf um die Spitzenplätze nicht eingreifen, schafften aber reihenweise den Sprung in die Top Ten. Nico Rosberg (Wiesbaden) schnitt als Sechster und Neunter am besten ab. Rekord-Weltmeister Michael Schumacher (Kerpen) kam im zweiten Mercedes auf die Plätze acht und zehn. Dies schaffte auch Sauber-Pilot Nick Heidfeld (Mönchengladbach), allerdings in umgekehrter Folge.

Adrian Sutil (Gräfelfing) erreichte im Force India die Ränge 9 und 14. Nico Hülkenberg (Emmerich) wurde im Williams 12. und 13. Timo Glock (Wersau/Virgin) landete auf den Plätzen 20 und 24.

Vettel machte im Autodromo José Carlos Pace mit seinem Doppelschlag klar, dass mit ihm im packenden Titelkampf weiter zu rechnen ist. Der 23 Jahre alte Heppenheimer absolvierte den 4,309 Kilometer langen Berg-und-Tal-Kurs bei seinem schnellsten Versuch in 1:11,968 Minuten. Er blieb damit bei sommerlichen 28 Grad im Schatten als einziger unter 1:12 Minuten.