Paris (dpa) - Europas wichtigstes Rüstungsprojekt kommt endgültig aus den Startlöchern. Der EADS-Konzern einigte sich am Freitag mit Deutschland und den sechs anderen Käuferländern auf die Details der Finanzierungslösung für den Militärtransporter Airbus A400M.

Gegen Ende des Jahres soll nun die Serienproduktion der dringend benötigten Maschinen beginnen. Von den ursprünglichen Plänen mussten allerdings einige Abstriche gemacht werden. Um starke Zusatzkosten für den Bund zu vermeiden, nimmt die Bundeswehr vorerst nur 53 statt 60 Maschinen ab. Die Abnahme der restlichen sieben Maschinen wurde in eine Option umgewandelt. Zudem verzichtet Deutschland auf die geforderte vollautomatische Tiefflugfähigkeit der A400M.

«Mit diesen Maßnahmen wird der deutsche Anteil an der Preiserhöhung von rund 670 Millionen Euro kompensiert», sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin. Fast zeitgleich bestätigte EADS im französischen Toulouse die grundsätzliche Einigung aller Abnehmerländer mit dem Konzern.

Um die Finanzierung der A400M gab es seit dem vergangenen Jahr heftigen Streit. Missmanagement und technische Probleme haben zu jahrelangen Verspätungen und Milliarden-Mehrkosten geführt. Der europäische EADS-Konzern, der von Frankreich und Deutschland dominiert wird, drohte sogar mit einer Einstellung des Programms, falls die Staaten nicht genug Geld nachschießen. Über viele Monate stritten Politiker und Topmanager von EADS und Airbus über das Prestige-Projekt, an dem europaweit rund 40 000 Arbeitsplätze hängen.

Auf die Vertragsänderung einigten sich bei einem Treffen in Toulouse die sieben Käuferländer Deutschland, Frankreich, Spanien, Belgien, Luxemburg, Großbritannien und die Türkei mit dem EADS- Konzern. In Verhandlungskreisen hieß es, Großbritannien reduziere die Bestellung von 25 auf 22 Maschinen. Damit soll die EADS-Tochter Airbus insgesamt 170 statt 180 A400M an die Länder ausliefern. Frankreich wird 8,4 Milliarden Euro für 50 Flugzeuge zahlen und soll seine erste Maschine Anfang 2013 erhalten.

Die Auslieferung der ersten Maschine an die Bundeswehr war zuletzt für 2014 geplant. «Das Testflug-Programm macht erstklassige Fortschritte», teilte Airbus am Freitag mit.

Die A400M ist als Mehrzweck-Militärtransporter mit extrem vielseitigen Fähigkeiten konzipiert. Das 45 Meter lange Flugzeug soll 37 Tonnen Nutzlast bis hin zu gepanzerten Fahrzeugen, Hubschraubern oder schwerem Räumgerät über 8700 Kilometer transportieren können. Gleichzeitig soll es in der Lage sein, sowohl schnell fliegende Kampfjets als auch langsame Hubschrauber in der Luft zu betanken.