Gelsenkirchen (dpa) - Dank des zweifachen Torschützen Raúl und Torjäger Klaas-Jan Huntelaar hat der FC Schalke 04 mit einem 3:0 (1:0) den ersehnten ersten Saison-Heimsieg in der Fußball-Bundesliga gefeiert.

Nach der Schelte an seiner zu defensiv interpretierten Rolle rückte der spanische Stürmer in vorderste Front und brachte den Revierclub mit seinem Treffer in der 14. Minute gegen den FC St. Pauli mit 1:0 in Führung. Der Niederländer Huntelaar (53.) und erneut Raúl (81.) machten den Erfolg vor 61 673 Zuschauern in der Veltins-Arena perfekt. Während der von Trainer Felix Magath zumindest für einen Tag der Sprung aus den Abstiegsplätzen gelang, müssen die Hanseaten weiter auf ihren ersten Bundesliga-Sieg in Gelsenkirchen warten.

«Das war eine Erlösung», sagte Schalkes Trainer Felix Magath erleichtert. «Das war gut für unser Punktekonto, gut für das Selbstvertrauen und gut für die Schalker Seele. Das war ein gelungener Abend», meinte auch Abwehrchef Christoph Metzelder, der seinen 30. Geburtstag feierte. Frust dagegen bei St. Pauli. «Wenn du keine Tore machst, dann kannst du nicht gewinnen. Wir haben immer wieder versucht, den Ball noch einmal und noch einmal quer zu legen», meinte Trainer Holger Stanislawski, der sich über die vergebenen Torchancen ärgerte und vor einem Abwärtstrend warnte. «Wenn man anfängt zu träumen ist das ganz gefährlich in der Bundesliga. Dann steigst du ganz schnell ab.»

Beide Trainer schickten auf drei Positionen veränderte Teams auf den Rasen. Drei Tage nach dem blamablen 0:0 in Tel Aviv rückten die wiedergenesenen Jermaine Jones und Lukas Schmitz für Peer Kluge und Sergio Escudero in die Schalke-Elf. Für den zuletzt enttäuschenden Ivan Rakitic bekam Christoph Moritz eine Chance in der Startelf. Bei den Hanseaten gelang Moritz Volz, der als Jugendlicher für Schalke spielte, ein solides Bundesliga-Debüt. Max Kruse und Deniz Naki ersetzten Rouwen Hennings und den gesperrten Gerald Asamoah.

Der ehemalige Schalker Publikumsliebling wurde von den «königsblauen» Fans vor dem Anpfiff frenetisch bejubelt, Szenen aus seinen elf Jahren im Revier flimmerten über den Videowürfel. Asamoah, der zu Saisonbeginn zum Kultclub vom Kiez gewechselt war, bedankte sich gerührt mit seinen kleinen Zwillingen vor der Nordkurve und sah sich dann die Partie von oben an.

Weniger freundlich fiel der Empfang der Schalke Fans für das eigene Team aus. Mit zwei riesigen Bannern machten die Fans ihrem Unmut über die prekäre Situation Luft: «Aufwachen Schalker! 'Nen Arsch voll Schulden, Platz 17 und unsere Werte werden mit Füßen getreten», stand auf einem, und der Trainer wurde heftig für seine Personalpolitik kritisiert: «Magath: 15 Abgänge, 14 Neueinkäufe, 0 Chance! Merkste was?»

Ob der Aufruf der Fans das Team beflügelte oder die tagelange Diskussion um «Mittelfeld-Rumtreiber» Raúl, ist unklar. Immerhin kam der spanische Weltstar, von dem sich Magath «mehr Aktionen im Strafraum» gewünscht hatte, dem «Hinweis» des Trainers nach und hatte schon nach einer Viertelstunde Erfolg: Raúl rutschte am Fünfmeterraum in eine Hereingabe von Atsuto Uchida und brachte die «Knappen» mit seinem zweiten Liga-Treffer erstmals in dieser Saison daheim mit 1:0 in Front.