New York (dpa) - Einzelne Fluggesellschaften müssen einem Magazinbericht zufolge noch länger auf den Boeing-Langstreckenflieger 787 Dreamliner warten.

Schlimmstenfalls könne die Verzögerung zehn Monate betragen, berichtete «Aviation Week» am Freitag auf ihrer Website unter Berufung auf Branchenkreise. Bereits jetzt liegt das Modell fast drei Jahre hinter dem Zeitplan.

Boeing äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht. Bereits seit Monaten gibt es aber Spekulationen, dass sich die Auslieferung weiter verzögern wird. Es tauchen immer neue Probleme auf. Mal haben Kunden zeitaufwendige Sonderwünsche, mal kommen die neuen Rolls-Royce- Triebwerke zu spät, ein anderes Mal schlampt ein italienischer Zulieferer beim Höhenleitwerk.

Nach offizieller Aussage soll der erste Dreamliner um den Februar herum an die japanische All Nippon Airways gehen. Laut «Aviation Week» haben andere Kunden weniger Glück: So könne Japan Airlines ihren 787 erst mit drei Monaten Verzögerung im Juni 2011 in Empfang nehmen, Air India müsse schlimmstenfalls weitere sechs Monate bis zum Oktober 2011 warten und Korean Air sogar zehn Monate bis zum August 2012.

Der Dreamliner ist Hoffnungsträger und Sorgenkind zugleich. Dank einer neuartigen Konstruktion aus leichten Verbundmaterialien erhoffen sich Boeing und die von hohen Spritpreisen geplagten Airlines deutliche Treibstoffeinsparungen. Gerade die neuen Materialien machten aber von Anfang an Probleme. Auch der neue, verlängerte Jumbojet 747-8 wird verspätet ausgeliefert.

Die Pannenserie hat Boeing einen Milliardenbetrag gekostet. Etliche Kunden sprangen ab, andere verlangten Schadensersatz für die lange Wartezeit. 847 Maschinen sind bislang verkauft; seit dem Sommer kam kein neuer Auftrag hinzu. Von den Maschinen gehen 15 Stück an Air Berlin; ursprünglich waren es mal 25.

Bericht von Aviation Week