München (dpa) - Münchens Olympia-Macher haben die «Horrorzahl» von drei Milliarden Euro für die Winterspiele 2018 energisch verteidigt.

Man werde beim Budget des Organisationskomitees «mindestens eine schwarze Null» erzielen, versprach der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach, nach der Verabschiedung des Eckpunktepapiers für das «große Bewerbungsbuch», das bis 11. Januar 2011 beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) abgegeben werden muss.

«Was steckt hinter der Horrorzahl 2,9 Millionen?», sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) nach der Sitzung der Gesellschafter in der Bayerischen Staatskanzlei. Für ihn ist sie keine, wie er vorrechnete. Auf 1,3 Milliarden Euro werden die «Durchführungskosten» seitens des OK veranschlagt. Diese sollen vor allem durch IOC-Zuwendungen, Einnahmen aus dem nationalen Sponsoring sowie dem Verkauf von Eintrittskarten, der auf 178 Millionen Euro taxiert wird, wieder hereingeholt werden und so die schwarze Null ergeben.

Dazu kommen 1,6 Milliarden Euro, die laut Ude für «große Infrastrukturmaßnahmen» aufgewendet werden müssten, die aber auch ohne Olympia in den kommenden Jahren weitgehend nötig wären. München hätte 205 Millionen Euro zu stemmen, der größte Teil flösse in das Olympische Dorf und damit in den Wohnungsbau. Für den Freistaat Bayern bliebe unter dem Strich eine «Nettobelastung von 115 Millionen Euro für das Weltereignis Olympia», erklärte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Alle Budgets seien «konservativ» gerechnet worden, betonte Bach, der erklärte: «Nichts wird schöngerechnet.»

Der DOSB-Chef und IOC-Vizepräsident sieht «die Münchner Olympiabewerbung sehr gut positioniert» im harten Wettbewerb mit Pyeongchang in Südkorea und dem französischen Annecy. Bach verwies auf die zuletzt erzielte breite politische Unterstützung von der Bundesregierung bis hin zu den olympischen Schauplätzen in München, Garmisch und dem Berchtesgadener Land. «Alle Partner unterstützen diese Bewerbung, nicht nur verbal, sondern mit der Abgabe von Garantien», betonte Bach. Er sprach von «Rückenwind, der trägt und beflügelt».

Man werde «ein starkes Bewerbungsbuch vorlegen», sagte Bernhard Schwank. Der Vorsitzende der Geschäftsführung von München 2018 versicherte, dass man in dem fast 400 Seiten umfassenden «Bid Book» dem IOC zu allen 17 Themen «sehr gute Antworten geben» werde. Es handelt sich um Themenkomplexe wie Vision der Spiele, Sportstätten, Verkehr, Unterbringung, Doping-Kontrollen oder Sicherheit. Das IOC entscheidet am 6. Juli 2011 in Durban über den Winterspielort 2018.

Die Münchner Planungen gelten als abgeschlossen. Es stehen aber noch finale Gespräche mit Grundstückseigentümern in Garmisch aus, wie Schwank einräumte. Diese würden aber nicht die benötigten Flächen für die geplanten Ski-Wettbewerbe betreffen, betonte Bach: An diesem Punkt mögliche «Szenarien» für ein Scheitern der Münchner Bewerbung herbeizureden, «liegt neben der Sache», meinte der DOSB-Präsident.