Kuopio (dpa) - Michael Neumayer hat die Sorgenfalten bei Bundestrainer Werner Schuster etwas geglättet. Mit einer stabilen Leistung kam der Berchtesgadener beim zweiten Skisprung-Weltcup dieses Winters im finnischen Kuopio auf Rang acht.

Damit sorgte er nach dem desaströsen Auftakt in Kuusamo für den ersten Top-Ten-Platz. Mit 214,9 Punkten für Sprünge auf 121 und 119,5 Meter war er allerdings 26 Zähler hinter dem Finnen Ville Larinto, der erstmals in seiner Laufbahn ein Weltcup-Springen gewann und dabei mit dem kleinstmöglichen Vorsprung von 0,1 Zählern seinen Teamkollegen und Lokalmatador Matti Hautamäki auf Platz zwei verwies.

Schuster wirkte in Kuopio angespannt wie selten zuvor. Das Kuusamo-Ergebnis hatte den Trainer ebenso wie die Mannschaft verunsichert. Angesichts der Tatsache, dass die Schanzenanlage in der südostfinnischen Stadt nicht die beliebteste bei den DSV-Athleten ist, befürchtete der Österreicher schon den nächsten Rückschlag. Der kam aber dank Neumayer nicht, der sowohl im Training als auch im Wettkampf sein Potenzial andeutete. «Ich habe mich nicht verrückt machen lassen. Im Training klappte es gut und das habe ich in den Wettkampf rübergebracht. Ich weiß, dass meine Form gut ist. Ich hatte Spaß und denke, dass sich die Stimmung innerhalb der Mannschaft bald verbessert. Wir werden uns alle steigern», versprach der Bayer.

Bei Neumayer war auffällig, dass sein Flugsystem stimmte, er auch mit den wechselnden Windbedingungen zurechtkam und die Landung ansprechend war. Die brachte Severin Freund im zweiten Versuch nur noch mit Mühe hin. Der Rastbüchler erwischte die mit Abstand besten Windbedingungen, stand hoch in der Luft und «kachelte» den Sprung bei 131,5 Meter in den Schnee. Es war der weiteste Versuch der gesamten Konkurrenz. Angesichts des besonders vorteilhaften Aufwindes bekam er hohe Abzüge und wurde dennoch starker Dreizehnter. «Das war auf der einen Seite viel Arbeit, andererseits hat dieser Sprung auch viel Spaß gemacht», jubelte Freund. Auch er glaubt an sich. «Der Sommer war hervorragend, also weiß ich, dass ich springen kann. Es wird bestimmt noch besser. Man muss warten können», sagte Freund.

Die anderen DSV-Starter mussten aber erneut Rückschläge verkraften. Michael Uhrmann (Rastbüchl) schaffte nach der verpassten Qualifikation in Kuusamo diesmal wenigstens den Finaldurchgang und kam auf Rang 23. Zufrieden war der 32-Jährige damit allerdings noch nicht, zumal seine Sprünge sehr unsicher wirkten. Nicht ins Fliegen kamen Pascal Bodmer (Meßstetten), Martin Schmitt (Furtwangen) und Maximilian Mechler (Isny), die allesamt nach dem ersten Durchgang ausschieden.