Berlin (dpa) - Für einen Hightech-Greifarm nach dem Vorbild eines Elefantenrüssels haben Forscher aus Baden-Württemberg den Deutschen Zukunftspreis erhalten.

Bundespräsident Christian Wulff vergab die mit 250 000 Euro dotierte Auszeichnung am Mittwochabend in Berlin und lobte die Wissenschafts- und Forschungslandschaft im Südwesten. «Offenkundig haben wir in Baden-Württemberg besonders viele Forscher, Tüftler und Erfinder sitzen», sagte er. Daran solle man sich in Deutschland orientieren. Die anderen beiden Bewerber um den Zukunftspreis kamen in diesem Jahr aus Karlsruhe und Heidelberg.

Der flexible Greifarm, der als erstes bei Montageautomaten in der Industrie zum Einsatz kommen soll, ist eine Erfindung der Esslinger Festo AG und des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik aus Stuttgart. «Ich bin ganz überwältigt. Ich muss meinen Puls fühlen», sagte Teamsprecher Peter Post am Mittwochabend nach der Siegerehrung. Mehrere Jahre seines Lebens steckten in dieser Entwicklung. Das Preisgeld will sein Team in den Nachwuchs investieren. «Wir wollen damit Stipendien für Studierende in Ingenieurs- und Technikwissenschaften finanzieren», sagte Post.

Die Funktionsweise des Greifarms schauten sich die Tüftler von der Natur ab: Das Gerät habe die Gewandtheit eines Elefantenrüssels mit der nachgiebigen Spannkraft einer Fischflosse im Greiffinger kombiniert, erläuterte Post. Nun kann der Greifarm nicht nur bei der Industriemontage helfen, sondern auch rohe Eier transportieren, ein Glas Wasser halten und Orangen pflücken. Einsatzmöglichkeiten sieht Post neben der Industrie deshalb auch in der Landwirtschaft, im Haushalt und in der Pflege.

Der Deutsche Zukunftspreis ist der Ritterschlag im bundesweiten Wettbewerb um die besten marktreifen Ideen aus den Technik-, Ingenieur- und Naturwissenschaften. Die Auszeichnung gilt auch als Gütesiegel für die weltweite Vermarktung einer Erfindung.