Hochfilzen (dpa) - Mit so einem Weltcup-Comeback hatte Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner überhaupt nicht gerechnet. «Ich bin sehr überrascht über das Rennen», sagte die Biathletin über Platz sieben beim Sprint im Schneetreiben von Hochfilzen.

Beim Sieg der Slowakin Anastasiya Kuzmina überzeugte die 23-Jährige mit der schnellsten Laufleistung über die 7,5 Kilometer-Strecke. Zwei Fehler am Schießstand im Stehendanschlag kosteten die siebenmalige Weltmeisterin den 20. Weltcup-Erfolg in einem Einzel-Rennen. «Sobald die Startnummer dran ist, geht bei mir der Turbo los», sagte Neuner und lächelte trotz des schlechten Wetters froh. «Jetzt hoffe ich, dass es so weitergeht.»

Nach ihren beiden zweiten Plätzen beim Auftakt in Östersund - dort fehlte Neuner krankheitsbedingt - zahlte Miriam Gössner am Schießstand Lehrgeld. Nach sieben Treffern am Stück verfehlte die junge Garmischerin die letzten drei Scheiben. Sie belegte am Ende Rang 18, hatte einen Rückstand von 1:28,1 Minuten auf Siegerin Kuzmina. «Mal geht es gut, mal klappt es nicht. Ich mache mir keinen Stress, denn ich habe gesehen, dass ich schießen kann», sagte Gössner.

Magdalena Neuner fehlten 37,4 Sekunden auf Platz eins - Sekunden, die sie in den beiden Strafrunden liegen gelassen hatte. «Das war für sie ein Super-Einstand bei diesen schwierigen Bedingungen», sagte Damen-Trainer Gerald Hönig. Für die Staffel nominierte er zusammen mit seinem Trainerkollegen Ricco Groß Kathrin Hitzer, Sabrina Buchholz und Geburtstagskind Andrea Henkel.

Andrea Henkel, sie wurde am Freitag 33 Jahre, kam auf Rang 20. «Ich weiß auch nicht, was am Schießstand los ist», sagte sie nach insgesamt drei Fehlern. Zweitbeste deutsche Skijägerin war Kathrin Hitzer auf Rang 16. Sabrina Buchholz belegte Platz 27. Nach dem Rennen wurde dann Andrea Henkels Ehrentag gefeiert. «Sie kauft ein paar Getränke ein, ich hoffe wir können am Samstag an den Start gehen», sagte Magdalena Neuner scherzhaft.

Nach den Rücktritten von Kati Wilhelm, Martina Beck und Simone Hauswald ist die Stimmung gut. «Obwohl die drei wirklich erfolgreichen und erfahrenen Damen weg sind, sind wir nach wie vor vorne dabei», sagte Magdalena Neuner.

Für die Männer gab es in Hochfilzen keinen Top-15-Platz. Im 10-Kilometer-Rennen war der dreimalige Olympiasieger Michael Greis als 19. noch der beste der sechs deutschen Skijäger. Der Norweger Tarjei Bø gewann sein erstes Weltcup-Rennen. «19. mit drei Fehlern, das geht doch noch. Es war aber kein gutes Ergebnis am Schießstand», sagte Greis.