Berlin (dpa) - Schnee und Eis haben Teile Deutschlands erneut kalt erwischt. Der Schneefall ließ in den meisten Bundesländern nach, Tauwetter sorgte am Freitag vielfach für Entspannung. Doch in einigen Regionen, vor allem in Bayern und Thüringen, gab es noch gewaltige Probleme.

Nicht nur dort war der Verkehr auf Straßen, Schienen und Flughäfen massiv gestört. In Thüringen, wo die Schneelast Stromleitungen zerrissen hatte, bekamen die letzten der gut 30 betroffenen Orte bei Saalfeld seit dem späten Donnerstagabend wieder Strom.

In Bayern, wo bis zu einem halben Meter Schnee fiel, krachte es hunderte Male. Auch Nordrhein-Westfalens Polizei meldete hunderte Unfälle, vor allem im Ruhrgebiet. In weiten Teilen Bayerns, vor allem in Mittelfranken, aber auch in Teilen Thüringens und Niedersachsens bekamen Schüler am Freitag schneefrei.

In Nürnberg stellte die Straßenbahn am Morgen ihren Betrieb ein, weil die Fahrzeuge feststeckten. In Leipzig, wo es am Vortag ein ähnliches Problem gegeben hatte, fuhren die Bahnen die ganze Nacht, um die Schienen freizuhalten. Auch der bundesweite Bahnverkehr lief mal wieder nicht reibungslos. Im Großraum Nürnberg beispielsweise verursachte der Neuschnee Weichenstörungen.

Auf den Flughäfen fielen Dutzende Flüge aus. In München hatten rund 60 Flüge mehr als eine Stunde Verspätung, 50 fielen aus. In Frankfurt wurden nur einige Flüge annulliert, nachdem am Vortag 484 von 1429 geplanten Flügen ausfielen.

Die beiden Berliner Flughäfen strichen bis zum Abend etwa 50 Flüge. Am Donnerstag war unter anderem wegen eines Enteisungsmittel- Engpasses jeder zweite von rund 700 Flügen in Berlin ausgefallen. Inzwischen traf jedoch ein Lastwagen mit Nachschub ein.

Bundesweit kämpften Autofahrer mit Schnee und Glätte. Mindestens drei Menschen starben in der Nacht zum Freitag in Bayern und Baden-Württemberg bei Glätteunfällen. Bei Neuendettelsau nahe Ansbach in Bayern kam ein Laster von der Fahrbahn ab, 21 Tonnen Nüsse mussten umgeladen werden.