Frankfurt/Main (dpa) - In einem freundlichen internationalen Umfeld hat der Dax zugelegt und ist zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit Juni 2008 geklettert. Der Leitindex schloss mit plus 0,33 Prozent bei 7029,39 Punkten, nachdem er zeitweise bis auf 7044,87 Punkte gestiegen war.

Der MDax rückte um 0,74 Prozent auf 9919,64 Punkte vor. Für den TecDax ging es um 1,15 Prozent auf 836,86 Punkte hoch. Er legte bereits den neunten Handelstag in Folge zu.

Gestützt wurde die Stimmung Börsianern zufolge davon, dass China trotz der gestiegenen Inflation den Leitzins nicht angehoben hat. Zudem dürfte der US-Kongress den in der Vorwoche errungenen Kompromiss zur Verlängerung von Steuervergünstigungen in den USA genehmigen. Händler Frank Schneider von Alpha Wertpapierhandel sprach insgesamt von einem umsatzarmen und lustlosen Handel. Und Analyst Manfred Hübner von Sentix befand mit Blick auf den Rest des Jahres: «Die Bücher werden geschlossen und die Investoren nehmen nun das Investmentjahr 2011 in den Fokus.»

Positive Aussagen des Branchenverbands HDE zum Weihnachtsgeschäft verhalfen Titeln des Handelskonzerns Metro zu einem Plus von 1,67 Prozent auf 54,800 Euro. Auch Analyst Christian Hamann von der Hamburger Sparkasse sprach von einer «gewissen Weihnachtseuphorie». Die Dax-Spitze eroberten die Aktien von ThyssenKrupp, die um 4,73 Prozent auf 31,635 Euro stiegen. Ihnen kamen gestiegene Stahlpreise in Asien zugute. Entsprechend legten im MDax auch Salzgitter-Titel 2,79 Prozent auf 55,71 Euro zu. Schlusslicht im Leitindex waren die Aktien von Beiersdorf, die 2,07 Prozent auf 43,060 Euro einbüßten. Analysten hatten in Kommentaren hohe Restrukturierungskosten bemängelt.

Die Aktien der Deutschen Börse gewannen 1,31 Prozent auf 50,59 Euro. Der Börsenbetreiber hatte am Freitag Abschreibungen im Zusammenhang mit der US-Optionsbörse ISE angekündigt, die allerdings im Rahmen der Erwartungen gelegen hatten. Zudem sagte Finanzvorstand Gregor Pottmeyer der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» (FAS), dass das Unternehmen im kommenden Jahr Umsatz und Gewinne in allen Geschäftsfeldern steigern will.

Eine Personalie rückte die Papiere der Merck KGaA in den Fokus, sie verloren 0,49 Prozent auf 60,77 Euro. Der Konzern ersetzt den Pharmachef Elmar Schnee, die Verantwortung für die Sparten Serono und Consumer Health übernimmt zum 1. Januar Stefan Oschmann vom US- Namensvetter Merck & Co. Der Schritt löse jedoch nicht die Probleme der Serono-Sparte bei der Entwicklung neuer Produkte, hieß es am Markt.

Der Eurostoxx50 gewann 0,56 Prozent auf 2855,37 Punkte und auch die Leitindizes in London und Paris verbuchten ein Plus. Der US- Leitindex Dow Jones notierte zum europäischen Handelsschluss ebenfalls in der Gewinnzone.