München (dpa) - Augsburg oder Berlin - wer feiert als Herbstmeister der 2. Fußball-Bundesliga Weihnachten? Wie Borussia Dortmund im Oberhaus legen aber auch die zwei Zweitliga-Kandidaten keinen Wert auf den inoffiziellen Halbzeittitel.

«Das ist allenfalls eine Zusatzmotivation», sagt Trainer Jos Luhukay von Spitzenreiter FC Augsburg, «dafür können wir uns nichts kaufen. Entscheidend ist, wer nach 34 Spieltagen vorne dabei ist.» Ganz ohne ist der Halbzeittitel aber nicht: Seit Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga 1981/82 wurde in 14 von 29 Fällen der Herbstmeister auch Meister.

Der Tabellendritte FC Erzgebirge Aue ist im Kampf um die Tabellenführung vom Winter gestoppt worden. Die für Freitag angesetzte Partie gegen den FSV Frankfurt wurde abgesagt. Aufgrund des starken Schneefalls in den vergangenen Tagen kann im Erzgebirgsstadion kein Fußball gespielt werden. Zudem wäre aufgrund vereister Zu- und Abfahrtswege sowie der unüberdachten Zuschauerränge im Stadion die Sicherheit der Besucher nicht ausreichend gewährleistet.

Dem Gipfeltreffen in Augsburg steht dagegen nichts im Wege. Der FCA will mit einem Sieg am Samstag gegen den Bundesliga-Absteiger aus der Hauptstadt die bisher erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte krönen. Davon soll auch der Pokal-Kracher am kommenden Dienstag gegen Schalke 04 nicht ablenken. «Die ganze Konzentration gilt dem Spiel gegen Hertha, erst danach kommt Schalke», versichert Mittelfeldspieler Daniel Brinkmann.

Die Hoffnung der seit acht Spielen ungeschlagenen Augsburger auf ein Comeback von Michael Thurk hat sich derweil zerschlagen. Für den Torjäger, der sich vor zwei Wochen in Aachen einen Bänderriss in der linken Schulter zugezogen hatte, ist die Hinrunde vorzeitig beendet. Bei Hertha kehrt der zuletzt gesperrte Peter Niemeyer zurück. Im Tor dürfte weiterhin Sascha Burchert stehen, obwohl Marco Sejna nach abgelaufener Rot-Sperre wieder zur Verfügung steht.

Der 2:0-Erfolg gegen Aue am vergangenen Sonntag, mit dem die Herthaner ihre Negativserie von drei Niederlagen gestoppt hatten, hat den Aufstiegs-Favoriten wieder angriffslustig gemacht. «Wir wollen am Ende der Hinrunde ganz oben stehen», meint Christian Lell. «Wir wollen uns oben festsetzen und von unseren Konkurrenten einen Tick wegkommen», sagt Pierre-Michael Lasogga.

Am Tabellenende fiebert der VfL Osnabrück dem «Sechs-Punkte-Spiel» gegen den FC Ingolstadt entgegen. Bei einer Niederlage im Aufsteiger- Duell würde der VfL auf einem Abstiegsplatz überwintern. Schlusslicht Arminia Bielefeld sehnt indes die Pause herbei. Zu Jahresbeginn wollen die Ostwestfalen personell weiter aufrüsten, nachdem die von 1860 München für die Rückrunde ausgeliehenen Eke Uzoma und Sandro Kaiser als erste Neuzugänge bereits feststehen.