Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Airports: «Manche Flughäfen haben einen sehr guten Job gemacht, andere waren nicht ausreichend vorbereitet», kritisiert Christian de Barrin von der Vereinigung europäischer Fluggesellschaften AEA.

Als Vorbild nennt Siim Kallas, der selbst aus dem kalten Estland stammt, etwa die skandinavischen Länder. Sie seien an Eiseskälte gewöhnt und gut vorbereitet, Beeinträchtigungen seien dort selten. Das Schneeräumen der Start- und Landebahnen und das Enteisen läuft im Akkord. Auf manchen Flughäfen können ein Dutzend Flieger gleichzeitig in großen Anlagen mit einer erhitzten Mischung aus Wasser und Glykol enteist werden - in Westeuropa scheuten dagegen viele Airports die Mehrkosten und verlassen sich auf mühselige Handarbeit.

Kallas fordert von allen EU-Flughäfen: «Bessere Vorbereitung, so wie es in Nordeuropa gemacht wird, ist kein optionales Extra, sondern muss mit dem nötigen Aufwand geplant werden.»

Das sehen die vielgescholtenen Flughafenbetreiber ganz anders. Die europäische Flughafenvereinigung ACI verweist darauf, dass die Lage in Westeuropa viel komplizierter sei als in Skandinavien, weil hierzulande schwankende Temperaturen spontanes Handeln erfordern. Ein kleiner Flughafen wie Helsinki sei zudem nicht mit einem Drehkreuz wie Frankfurt, Paris oder London vergleichbar, argumentiert Fraport-Sprecher Harrer: «Das ist wie Äpfel und Birnen vergleichen.»