Los Angeles (dpa) - Das legendäre Hollywood-Studio MGM besinnt sich nach überstandener Insolvenz auf seine Wurzeln: die Produktion von Filmen und Fernsehserien. Die beiden neuen Studiobosse Gary Barber und Roger Birnbaum kündigten dies am späten Montag (Ortszeit) in Los Angeles an.

Danach wollen sie an die MGM-Tradition unvergesslicher Kinostreifen und weltweit beachteter Serien anknüpfen. Zudem setzen sie auf neue digitale Unterhaltungsplattformen. «MGM steht auf einem soliden Fundament und hat eine glänzende Zukunft», sagten sie.

In den zurückliegenden Jahren hatte MGM kaum noch neue Produktionen begonnen und sich stattdessen auf die Vermarktung von Hollywoods größter Filmbibliothek konzentriert mit Klassikern wie «Rocky», «Manche mögen's heiß» oder «Vom Winde verweht». Doch die Rechnung ging nicht auf. Vor allem die Verkäufe von DVDs und Blu-ray Discs liefen schleppend. Am Ende brach MGM unter einem Schuldenberg zusammen, der sich samt Zinsen auf 5 Milliarden Dollar auftürmte.

Mittlerweile hat MGM wieder 500 Millionen Dollar in der Kasse. Die Gläubiger tauschten ihre Forderungen gegen Anteile am Studio und übernahmen damit die Kontrolle. Ein Gericht hatte den Plan für den Neustart bereits zu Monatsbeginn gebilligt, jetzt machten die neuen Bosse Nägel mit Köpfen. «MGM hat eine der herausforderndsten Abschnitte seiner bewegten Geschichte hinter sich gelassen», sagten Barber und Birnbaum. Die beiden sind erfahrene Filmschaffende. Sie hatten die kleine, aber erfolgreiche Produktionsfirma Spyglass gegründet.

Aus dem Hause MGM stammen auch die «James-Bond»-Filme. Der 23. Teil hatte sich wegen des Überlebenskampfs immer weiter verzögert. Die bisherigen Besitzer - eine Gruppe von Finanzinvestoren und Medienunternehmen, darunter der japanische Elektronikkonzern Sony - gaben schließlich auf. Sie hatten das Traditionsstudio 2005 übernommen.