Berlin (dpa) - Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff stellt Michael Ballack bei dessen Rückkehr in die DFB-Elf keinen Freifahrtschein aus.

Man kenne Ballacks große Persönlichkeit und seine hohe Qualitäten, die für das Team gut und wichtig seien. «Aber er weiß auch, dass ein Spieler, der lange weg war, sich in eine neu formierte Mannschaft erst wieder integrieren muss», sagte Bierhoff in einem Interview der «Süddeutschen Zeitung».

«Vielleicht merkt er ja, dass es ihm guttut, wenn die Last nicht mehr auf ihm alleine liegt. Er kann das durchaus auch als positiven Aspekt sehen und sich in einem funktionierendem Team weiterhin auf hohem Niveau einbringen», ergänzte Bierhoff. Inzwischen werde die Verantwortung anders als früher auf mehrere Spieler verteilt. Das wichtigste sei heute, sich in einem Team zu integrieren. «Aber er kann das auch», erklärte Bierhoff im Bezug auf Ballack.

Mit Sorge betrachtet der 42-Jährige den zunehmenden Kampf der diversen Nationalverbände um in Deutschland aufgewachsene Nachwuchsspieler mit Migrationshintergrund. «Wir kämpfen um jeden Jungen, aber wir haben Grenzen. Wir zahlen kein Geld, wie das andere Verbände zum Teil machen, wir besorgen den Eltern keine Jobs.»

Zurückhaltend beurteilte Bierhoff das Ansinnen des Brasilianers Luiz Gustavo von 1899 Hoffenheim, künftig gerne für Deutschland spielen zu wollen. Er habe mit Bundestrainer Joachim Löw festgelegt, erst einmal abzuwarten. «Grundsätzlich gilt: Wenn ich merke, dass so etwas aus Karrieregründen passiert, neige ich dazu, so ein Angebot abzulehnen», sagte Bierhoff.