Schwerin (dpa) - Dirk Nowitzki ist ein Glückspilz. Deutschlands vielbeschäftigter Basketball-Weltstar kann dieses Weihnachten ganz gemütlich mit der Familie unterm Tannenbaum in seiner Wahlheimat Amerika verbringen. Viele seiner Berufskollegen beneiden ihn darum.

Für Basketballer und Eishockey-Spieler sind Feiertage schon seit Jahren meist Arbeitstage. Profi-Boxer müssen häufig auf die weihnachtlichen Gaumengenüsse verzichten. Und nun laufen auch die Bundesliga-Handballer Sturm angesichts des immer enger werdenden Terminkalenders, der auch vor dem heiligen Fest kein Pardon kennt.

Auslöser für die hitzig geführte Debatte ist das Spiel zwischen dem HSV Hamburg und Frisch Auf Göppingen, das als erstes Match in der Bundesliga-Geschichte für den 1. Weihnachtsfeiertag angesetzt worden ist. «Die Lösung ist alles andere als optimal. Aber das müssen die Profis hinnehmen», sagt Frank Bohmann, Geschäftsführer des Handball-Ligaverbandes HBL. «Ein Polizist muss auch arbeiten.»

Dieser Spruch bringt Christian Schöne auf die Palme. «Es ist eine absolute Frechheit. Aber uns sind die Hände gebunden», sagte der Nationalspieler der «Südwest Presse». Die Göppinger trainierten Heiligabend, flogen am Morgen darauf um 8.30 Uhr von Stuttgart nach Hamburg, spielen um 19.00 Uhr und sind am 2. Feiertag nachmittags wieder zurück. Da bleibt keine Zeit für Weihnachtslieder unterm Tannenbaum.

Deutschlands Eishockey-Cracks kennen das. Für sie gibt es über Weihnachten keine Pause, es wird traditionell am Tag vor Heiligabend und am 2. Weihnachtsfeiertag gespielt. Viele Clubs gaben Heiligabend immerhin frei, am 1. Weihnachtstag wird aber in der Regel auch trainiert. Das ist normal.

Für die Boxer auch, die sich in der Regel mehr als zwei Monate auf ihre Kämpfe vorbereiten müssen. In diesem Jahr trifft es die beiden deutschen Weltmeister Jürgen Brähmer (Schwerin) und Sebastian Sylvester (Greifswald), die im Januar ihre Titel verteidigen müssen. Jung-Ehemann Sylvester, der im Sommer geheiratet hat, wird daheim in Dersekow bei Greifswald auch nicht den Gourmet geben können. Der 30 Jahre alte IBF-Mittelgewichts-Weltmeister darf bei 1,72 Meter Körpergröße nur 72,574 Kilo auf die Waage bringen.

Solche Sorgen hat Brähmer nicht. Und um das Fest schert sich der Profi-Boxer ohnehin nicht. «Familienveranstaltungen sind nicht mein Ding», sagte der 32 Jahre alte WBO-Weltmeister im Halbschwergewicht. Sowohl an Heiligabend als auch am 1. Weihnachtstag wird trainiert.