Frankfurt/Main (dpa) - Ohne klare Richtung hat sich der Dax am Dienstag aus dem Handel verabschiedet. Am Ende rettete der Leitindex ein hauchdünnes Plus von 0,02 Prozent auf 6972,10 Punkte über die Ziellinie. Überraschend negativ ausgefallene US-Konjunkturdaten vom Nachmittag prallten an dem Börsenbarometer ab.

Der MDax verlor 0,13 Prozent auf 10 080,69 Punkte. Der TecDax erholte sich hingegen mit plus 0,78 Prozent auf 848,77 Punkte von seinen Vortagesverlusten.

«Die Umsätze sind dünn und so wenige Tage vor Jahresende hat keiner mehr Lust, noch große Positionen einzugehen», sagte Händler Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel. Auch an den noch verbleibenden zwei Handelstagen in diesem Jahr erwartet der Experte keine großen Kursausschläge mehr. «Der Dax wird wohl um die 7000 Punkte pendeln.»

Autowerte verbuchten zunächst Gewinne, drehten dann aber ins Minus und setzten damit ihre schwache Entwicklung des Vortages fort. Die Aktien von BMW verbilligten sich nach einem negativen Kommentar vom Bankhaus Metzler am Dax-Ende um 1,64 Prozent auf 58,25 Euro. BMW- Titel seien derzeit 15 bis 20 Prozent teurer als der Sektor, sagte Analyst Jürgen Pieper. Bei Autowerten insgesamt seien keine weiteren positiven Überraschungen mehr zu erwarten und das zuletzt starke Wachstum dürfte sich abschwächen, sagte Pieper. Entsprechend ging es auch für die Vorzugsaktien von Volkswagen um 0,61 Prozent auf 121,25 Euro nach unten.

Spitzenreiter im Dax waren die Aktien von HeidelbergCement mit einem Aufschlag von 0,93 Prozent auf 47,365 Euro. Zuvor war bekannt geworden, dass der Schweizer Konkurrent Holcim mehrere Betriebe vom französischen Mitbewerber Lafarge erwirbt, was ein Analyst als strategisch sinnvoll bezeichnete. RWE-Titel landeten mit plus 0,76 Prozent auf 49,98 Euro ebenfalls im vorderen Dax-Drittel. Einige Anleger griffen bei dem Versorger wegen der Dividendenrendite zu, kommentierte ein Händler.

Im TecDax setzten Singulus-Titel ihren Höhenflug vom Vortag fort und gewannen an der Spitze 5,67 Prozent auf 4,156 Euro zu. Aktien des Solarzulieferers Roth & Rau rutschten dagegen nach einer erneuten Gewinnwarnung mit minus 11,49 Prozent auf 12,25 Euro ans Index-Ende. Zum zweiten Mal binnen zwei Monaten muss das sächsische Unternehmen Abschreibungen vornehmen. Diesmal geht es um 12,5 Millionen Euro, weil der US-Kunde SpectraWatt kurz vor dem Aus steht.

Der EuroStoxx 50 schloss 0,08 Prozent schwächer bei 2824,30 Punkten. Auch in Paris ging es etwas nach unten. Die Londoner Börse blieb am Dienstag feiertagsbedingt geschlossen. Der New Yorker Dow Jones stand zum europäischen Börsenschluss minimal im Minus. Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,52 (Vortag: 2,60) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,46 Prozent auf 125,13 Punkte. Der Bund Future gewann 0,30 Prozent auf 125,05 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3195 (1,3136) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7579 (0,7613) Euro.