Stuttgart (dpa) - Hochsprung-Star Ariane Friedrich glaubt trotz ihres Achillessehnenrisses fest an eine Olympia-Teilnahme 2012. Die schwere Verletzung hat der WM-Dritten von Berlin auch zwei neue Vorbilder beschert: Ex-Weltmeisterin Kajsa Bergqvist und Fußball-Ikone David Beckham.

Beide schafften nach vergleichbaren Operationen schneller als erwartet ihr Comeback. «Wichtig ist, ein Ziel vor Augen zu haben. Glaube versetzt Berge. Wir sind überzeugt davon, dass das klappt mit den Olympischen Spielen in London», sagte Friedrichs Trainer Günter Eisinger der Nachrichtenagentur dpa. Es wäre allerdings «fatal», sollte die 26- Jährige zu früh mit dem Training beginnen. «Wir werden nichts überstürzen», meinte ihr Coach.

Am 28. Dezember sollte Friedrich in Frankfurt aus dem Krankenhaus entlassen werden. Die Achillessehne war nur einen Tag nach ihrem Trainingsunfall am 22. Dezember operiert worden. «Diese Schmerzen wünsche ich keinem», sagte die fünffache deutsche Freiluft-Meisterin der «Bild»-Zeitung. Sie war mit dem Fuß umgeknickt, die WM 2011 und nahezu die komplette kommende Saison sind für sie außer Reichweite.

Zwei Umstände könnten Friedrich die Rückkehr in die Weltspitze erschweren: Zum einen ist ihr linker Sprungfuß betroffen, der beim Absprung deutlich stärker beansprucht wird als der rechte. Und zum anderen ist die Belastung der Sehne beim Hochsprung grundsätzlich größer als in anderen Disziplinen. «Wichtig ist, dass jetzt alles gut verläuft», betonte Eisinger. «Wenn die Verletzung ausgeheilt ist, ist es fast egal, um welchen Fuß es sich handelt.» Auch der andere werde beim Anlauf in der Kurve stark belastet. «Und wenn die Sehne richtig gut verheilt, könnte sie sogar fester sein als vorher.»

Mut machen Friedrich die Beispiele anderer Sportler, die nach einem Achillessehnenriss die Rückkehr in die Weltspitze schafften. Hochsprung-Kollegin Bergqvist musste 2004 operiert werden, nur ein Jahr später gewann die Schwedin WM-Gold. Beckham erlitt die Verletzung im März dieses Jahres während eines Spiels mit dem AC Mailand. Bereits im September stand er wieder auf dem Platz.

Auch Weitspringerin Bianca Kappler qualifizierte sich nach ihrem Achillessehnenriss von 2008 noch für die darauffolgende Heim-WM 2009 und die EM 2010. «Der Schock war extrem. Dann schlug die Traurigkeit in Wut und die Wut in Ehrgeiz um», sagte sie einmal.

Wichtig wird für Friedrich jetzt sein, «unglaubliche Geduld zu haben» (Eisinger) und nicht zu früh wieder einzusteigen. «Sie ist ein Energiebündel, aber ich werde schon auf sie aufpassen», sagte ihr Trainer. In den ersten Tagen nach der Operation sei die deutsche Rekordhalterin (2,06 Meter) hin- und hergerissen gewesen. «Natürlich kommt immer wieder der Gedanke: warum ich?», meinte Eisinger.