Hamburg (dpa) - Der endgültige Verkauf der Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss an den arabischen Schiffbauer Abu Dhabi Mar kommt nach Medienberichten erst 2011 zustande. Der Mutterkonzern ThyssenKrupp rechne mit einem Abschluss des Verkaufsprozesses im 1. Quartal 2011, schreibt das «Handelsblatt».

Grund für die Verzögerung sei der Einstieg des Staatsfonds Mubadala bei Abu Dhabi Mar. Der Verkauf an Abu Dhabi Mar aus den Vereinigten Arabischen Emiraten war im Oktober 2009 eingefädelt, ein entsprechender Vertrag

im April 2010 unterzeichnet worden. Die EU-Kommission genehmigte den Einstieg der Araber, die den Schiffsneubau, das Reparaturgeschäft und eine Maschinenbausparte mehrheitlich übernehmen sollen. Betroffen sind rund 2100 Arbeitsplätze.

Bei ThyssenKrupp bleibt der Bau von U-Booten bei HDW in Kiel sowie die Produktion von Überwasserschiffen für die Marine. Für den Marineschiffbau gibt es zwischen den Partnern ein Gemeinschaftsunternehmen zu gleichen Anteilen. Nach Angaben des «Hamburger Abendblatts» (23.12.) hat Abu Dhabi Mar versucht, die Finanzierung der Übernahme auf eine breitere Basis zu stellen.

Die aktuelle Verzögerung gefährdet das Geschäft mit ThyssenKrupp nach Angaben des «Handelsblattes» nicht. Der Einstieg von Mubadala zeige, dass die Herrscher von Abu Dhabi dem Geschäft in Deutschland einen höheren Stellenwert einräumten als bislang, zitierte die Zeitung aus Verhandlungskreisen. Mubadala zählt demnach zu den weltweit größten Staatsfonds und hält Beteiligungen etwa an Ferrari sowie dem Chiphersteller Advanced Micro Devices.