Semmering (dpa) - Maria Riesch stieß einen Freudenjuchzer aus, die grippegeplagte Kathrin Hölzl hatte hingegen kaum noch Kraft zum Jubeln: Nach den jüngsten Enttäuschungen haben sich die deutschen Skirennfahrerinnen mit dem dritten Doppelpodest des WM-Winters eindrucksvoll zurückgemeldet.

Zwar verpasste Maria Riesch am eigentlich ungeliebten Semmeringer Zauberberg ihren Premieren-Erfolg im Riesenslalom als Zweite hinter Hattrick-Siegerin Tessa Worley. Doch nicht nur wegen der zurückeroberten Führung im Gesamt-Weltcup strahlte die Doppel- Olympiasiegerin. «Ich habe hier Frieden geschlossen», sagte sie nach dem dritten Podestplatz der Karriere in ihrer schwächsten Disziplin. «Ich bin im Riesenslalom noch nicht so oft am Podium gestanden.»

Während Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg auf Rang neun nicht zufrieden war, sicherte sich die Weltmeisterin Hölzl mit einer beeindruckenden Energieleistung den dritten Platz. Im Ziel rang sich die Bischofswiesenerin ein Lächeln ab und humpelte zur Siegerehrung. «Ich bin happy. Ich hätte nie gedacht, dass ich hätte fahren können», sagte sie mit roter Nase.

Seit dem zweiten Weihnachtsfeiertag plagt sich Hölzl mit einer eitrigen Bronchitis herum, beim Einfahren verknackste sie sich auch noch den Rücken. «Etliche Schmerzmittel und Wärmepflaster» linderten die Qualen, ihr Start beim Nachtslalom ist ungewiss.

Viktoria Rebensburg arbeitete sich noch von Rang 28 auf 9 nach vorne und rundete neben Lena Dürr (27.) das starke deutsche Teamresultat mit Bestzeit im zweiten Lauf ab. Doch durch einen schweren Patzer im ersten Durchgang vergab die ebenfalls kränkelnde Olympiasiegerin eine deutlich bessere Platzierung. «Ja mei, das ist Skifahren», sagte sie und zuckte mit den Schultern. «Nach dem ersten Lauf hab' ich schon gedacht: Wahnsinn. Jetzt bin ich froh, dass es noch so gut funktioniert hat.»

Bei ihrer Teamkollegin Maria Riesch klappte es nach dem Slalom-Aus von Courchevel hingegen wieder hervorragend. «Von einem Tief konnte man nicht sprechen», sagte Riesch, die in der Abfahrt von St. Moritz nur den 24. Platz belegt hatte. «Ich habe hier eindrucksvoll bewiesen, dass man sich nicht verrückt machen sollte, wenn es mal nicht so läuft.»

Ihr Frust hielt sich in Grenzen, dass sie weiter auf ihren Platz im elitären Kreis der bislang vier Rennfahrerinnen, die in allen fünf Disziplinen gewonnen haben, warten muss. «Enttäuscht bin ich nicht, man kann ja nicht gerade von knapp sprechen bei 62 Hundertstel Rückstand.» Mit ihrem dritten Erfolg in Serie hat sich die Französin Worley endgültig in den Kreis der Topfavoritinnen für die WM in Garmisch-Partenkirchen geschoben.