London (dpa) - Seine Spieler hielten verspäteten Weihnachtsschlaf, ob für Trainer Carlo Ancelotti nun das böse Erwachen beim FC Chelsea kommt, hängt ganz allein von einem ab.

«Er wird nicht glücklich sein in diesem Moment», sagte Ancelotti über Club-Besitzer Roman Abramowitsch. 1:3 im Londoner Premier-League-Derby gegen den FC Arsenal: das sechste sieglose Spiel des englischen Fußball- Meisters in Serie. «Es ist keine Frage, die man mir stellen muss: 'Wie lange wird er noch Geduld haben?'», sagte Ancelotti in Anspielung auf den russischen Oligarchen.

Bei der Pleite gegen die «Gunners» ging alles ganz schnell. Kurz vor der Pause brachte Alexandre Song (44.) den FC Arsenal in Führung, kurz danach machten Kapitän Cesc Fàbregas (51.) und Theo Walcott (53.) mit einem Doppelschlag in 120 Sekunden den Heimsieg perfekt. «Seine Blues wurden zerfetzt», befand die britische Boulevardzeitung «The Sun».

«Der Glaube hat den Unterschied gemacht», meinte Torschütze Fàbregas: «Wir waren fantastisch.» Der Lohn: In der Liga wahrte Arsenal den Kontakt zu Spitzenreiter Manchester United. Zudem hatte die schwarze Serie gegen die Blues ein Ende: Seit elf Begegnungen in verschiedenen Wettbewerben warteten die Gunners auf einen Sieg.

«Das hat doppelte Wirkung», stellte Gewinner-Coach Arsène Wenger daher erfreut fest. Neben der Tuchfühlung zu «ManU» sei der Sieg vor allem psychologisch wichtig: «Man hat infrage gestellt, dass wir große Spiele gewinnen können.» Der Anschlusstreffer durch Branislav Ivanovic (57.) vermochte Arsenals Qualitäts-Nachweis vor über 60 000 Zuschauern im Emirates-Stadion nicht mehr zu beeinträchtigen. «Das war offensichtlich nicht genug», monierte Ancelotti: «Wir schlafen.»

Bei einer weiteren Niederlage am 29. Dezember gegen die Bolton Wanderers an der heimischen Stamford Bridge droht der Abramowitsch-Club sogar aus den Champions-League-Rängen zu fallen. «Es ist nicht gewöhnlich, dass Chelsea sechs Spiele lang nicht gewinnen kann», meinte der Italiener und prophezeite: «Unsere schweren Momente gehen weiter.»

Als Nachfolger von namhaften Kollegen wie Luiz Felipe Scolari, José Mourinho oder Guus Hiddink ist Ancelotti dem Erfolgsstreben Abramowitschs und den Gesetzmäßigkeiten des Fußballs ausgesetzt. «Ich habe keine Angst um meinen Job. Jeder sagte, ich hätte vergangenes Jahr einen fantastischen Job gemacht», meinte er. Wie die Zukunft des Italieners beim Champions-League-Achtelfinalisten aussieht, entscheidet jedoch Abramowitsch.