Tel Aviv (dpa) - Forscher haben in Israel nach eigenen Angaben die bislang ältesten Zähne des modernen Menschen gefunden. Die Tel Aviver Universität teilte am Dienstag auf ihrer Webseite mit, bei Ausgrabungen in einer Höhle seien Forscher auf etwa 400 000 Jahre alte Zähne des Homo sapiens gestoßen.

Bislang seien nur etwa 200 000 Jahre alte Überreste des modernen Menschen in Afrika entdeckt worden. Die Resultate sind im «American Journal of Physical Anthropology» veröffentlicht.

«Dies ist die bisher früheste Periode, aus der es Hinweise auf die Existenz des modernen Menschen auf der Welt gibt», hieß es in der Mitteilung der Universität zu dem neuen Fund. An der Studie waren unter anderem die Archäologen Professor Avi Gofer und Ron Barkai sowie Professor Israel Hershkovitz von der Abteilung für Anatomie und Antrophologie der medizinischen Fakultät beteiligt.

Die Zähne wurden den Angaben zufolge in der Kassem-Höhle gefunden, einer prähistorischen Stätte östlich von Tel Aviv. Acht Zähne seien gemeinsam mit einem internationalen Forscherteam untersucht worden. Die Untersuchungen hätten ergeben, dass sie in Größe und Form sehr jenen der bisher weltweit gefundenen Überreste des Homo sapiens ähnelten.

In Israel seien in der Vergangenheit etwa 100 000 Jahre alte Überreste des Homo sapiens gefunden worden, in der Carmel-Gegend im Norden des Landes sowie in Kafzeh in der Nähe von Nazareth.

Die derzeit weitgehend akzeptierte «Out of Africa»-Theorie besagt, dass sich der moderne Mensch in Afrika entwickelte und von dort aus über den Rest der Welt ausbreitete.