Oberstdorf (dpa) - Ein Youngster flog unbekümmert vorneweg und die Altstars feierten eine unerwartete Renaissance: Deutschlands Skispringer haben mit einer bärenstarken Qualifikation große Hoffnungen auf einen gelungenen Start in die Vierschanzentournee geweckt.

Angeführt vom Überraschungsvierten Felix Schoft, der mit 138 Metern den weitesten Satz des Tages landete, und dem sechstplatzierten Routinier Martin Schmitt flogen gleich vier DSV-Adler in der Ausscheidung für das Auftaktspringen in die Top Ten.

Der Gala-Auftritt beim Sieg des Finnen Ville Larinto sorgte selbst bei Bundestrainer Werner Schuster für ungläubiges Kopfschütteln. «Ich habe ein bisschen gestaunt», räumte er ein, «aber in erster Linie freue ich mich für das gesamte Team.» Stephan Hocke mit 132,5 Metern und Richard Freitag (133) als gemeinsame Neunte sowie Michael Uhrmann (132,5) auf Rang elf komplettierten das hervorragende Abschneiden der deutschen Mannschaft.

Von den 13 Startern schafften gleich 11 den Sprung in den Auftakt-Wettbewerb in Oberstdorf. Eine größere Präsenz hatte es zuletzt vor sechs Jahren gegeben, als zwölf DSV-Springer auf der Schattenbergschanze dabei waren. «Ich habe gefordert, dass wir mit Mann und Maus gut springen, denn das Team hat Potenzial. Schön, dass die Jungs das gezeigt haben», lobte Schuster.

Die im Kampf um den Gesamtsieg favorisierten Österreicher Thomas Morgenstern und Andreas Kofler sowie Vierfach-Olympiasieger Simon Ammann, die alle für den Wettbewerb gesetzt sind, verzichteten auf die Qualifikation. Zuvor hatte der kleine Schweizer Ammann großspurig angekündigt: «Ich werde die Tournee gewinnen.»

Davon dürfen die DSV-Athleten allenfalls träumen, doch mit ihrer von 5500 Fans bejubelten Vorstellung verblüfften sie die Konkurrenz. «Bei der Tournee sind schon Favoriten gefallen und Helden geboren worden. Mit dieser Einstellung gehen wir in den Wettbewerb rein», kündigte Schuster weitere Überraschungen an.

Vor allem Schmitt und Uhrmann präsentierten sich wie ausgewechselt. Schon im Training überzeugten die beiden 32 Jahre alten Routiniers und hatten nach der gelungenen Qualifikation allen Grund zur Freude. «Ich habe im Vorfeld immer an mich geglaubt und versucht, meine Stärken auszuspielen. Es springt sich jetzt leichter», meinte Schmitt.