Wolfsburg (dpa) - Die Spekulationen um einen Rekordtransfer in der Fußball-Bundesliga werden härter. Torjäger Edin Dzeko vom VfL Wolfsburg soll nach übereinstimmenden Medienberichten in der Winterpause zu Manchester City wechseln.

Der englische Premier League-Club bietet nach Angaben der «Bild»-Zeitung 35 Millionen Euro für den VfL-Stürmer, der am liebsten schon im Sommer 2009 zu einem europäischen Spitzenverein gewechselt wäre. In den Wolfsburger Tageszeitungen gilt der Wechsel als fast sicher - auch wenn noch kein offizielles Angebot für den Bosnier vorliegt.

«Wir haben die Chance, dieses Jahr Meister zu werden. Der entscheidende Faktor dabei kann Edin Dzeko sein. Dieser Spieler entscheidet über Titel. Daher ist er unser Wunsch», zitierte die «Wolfsburger Allgemeine Zeitung» City-Trainer Roberto Mancini. Die «Citizens» streben mit aller Macht den dritten Titelgewinn ihrer Vereinsgeschichte an. Dafür ist Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan als Clubbesitzer offensichtlich bereit, die Geldschatulle ganz weit zu öffnen.

Für Dzeko, der in Wolfsburg einen Kontrakt bis 2013 besitzt, ist vertraglich eine Ablösesumme von 40 Millionen Euro festgelegt. Allerdings sollen 5 Millionen direkt auf das Konto des Stürmers und auf die seiner Berater gehen. Während diese derzeit die Situation auf der Insel sondieren - ein angebliches Interesse des FC Liverpool an Dzeko hat sich als Luftschloss entpuppt - hält sich VfL-Manager Dieter Hoeneß im Urlaub zu den Gerüchten bedeckt.

«Wir beteiligen uns nicht an den Spekulationen und kommentieren sie auch nicht», teilte Hoeneß auf Anfrage mit. Er rechnet damit, dass es im Januar fast jeden Tag Spekulationen über Zu- und Abgänge bei den Niedersachsen geben wird. Mit den Worten «Wir werden aufräumen. Es wird Veränderungen im Kader und im Trainerstab geben», hatte er nach der Pokal-Pleite gegen Cottbus den Gerüchten neue Nahrung gegeben.

Manchester City hatte sich schon im vergangenen Sommer um Dzeko bemüht. Eine offizielle Offerte ging aber in Wolfsburg erst auf dem letzten Drücker ein. Das Angebot entsprach aber weder in Form noch Inhalt den Mindestanforderungen.

Bei einem möglichen Dzeko-Wechsel müssen aber nicht nur die Finanzen stimmen. Manager Hoeneß, Trainer Steve McClaren und der mächtige Aufsichtsrat werden dem «Königstransfer» nur zustimmen, wenn ein gleichwertiger Ersatz für den VfL-Kapitän verpflichtet werden kann. Auch wenn es für den Bosnier und für das VfL-Team in dieser Saison alles andere als rund läuft - mit zehn Toren ist der Stürmer, der alle 17 Hinrunden-Partien absolvierte, der wichtigste Profi beim deutschen Meister von 2009.