Stuttgart (dpa) - Ein Leistungstest am Morgen, ein erstes Training unter Flutlicht - und das nach der kürzesten Pause aller Fußball-Bundesligisten: Bruno Labbadia gibt beim VfB Stuttgart eine hohe Schlagzahl vor, um den Klassenerhalt zu schaffen.

«Wir müssen mehr tun als andere. Ich wäre auch nachts bereit, mit den Spielern zu arbeiten», sagte der Trainer beim Trainingsauftakt des Tabellen-17. Erst bat er seine Profis zum Laktattest. Am Nachmittag war die erste von fünf Übungseinheiten bis zum Jahreswechsel angesetzt. Mit dem Japaner Shinji Okazaki soll ab Januar auch ein neuer Stürmer im Kampf gegen den Abstieg helfen.

Das zeitige Urlaubsende nur eine Woche nach dem Pokal-Aus gegen Bayern München hatte noch Labbadias Vorgänger Jens Keller festgelegt. Dem so ehrgeizigen wie detailversessenen Trainer passt das aber gut in die Planung. Er hat viel zu tun, um bis Ende Mai die fünf Punkte Rückstand auf den 15. Platz aufzuholen. Der 44-Jährige muss an den Fitnessrückständen der Mannschaft arbeiten, an der offensichtlichen Grüppchenbildung im Team - und er will vor allem ein klares taktisches Konzept vermitteln. «Unser Spiel soll agierend sein. Dazu müssen wir im High-Level-Bereich ein Stück zulegen», erklärte er.

Mit welcher Besetzung der VfB die Mission Klassenerhalt angeht, ist noch nicht klar. Abgesehen von der Verpflichtung Okazakis ist noch kein weiterer Zu- oder Abgang in Sicht. Der 24 Jahre alte Nationalspieler von Shimizu S-Pulse soll Anfang Januar eine sportmedizinische Untersuchung absolvieren und dann ablösefrei nach Stuttgart wechseln. «Er ist ein sehr dynamischer und vielseitiger Spieler, der im Offensivbereich auf allen Positionen spielen kann», sagte Labbadia. «Wir müssen aber auch sehen: Er wird wegen des Asien Cups die komplette Vorbereitung und die ersten drei Spiele der Rückrunde verpassen. Er ist vielleicht ein Vorgriff auf die nächste Saison. Trotzdem ist es ein guter Schritt, ihn zu holen.»

Weitere Transfers, etwa für die rechte Abwehrseite oder das offensive Mittelfeld, sind angedacht, aber längst nicht sicher. «Wir beobachten alles, aber der Markt ist sehr eng», erklärte der Trainer. «Die Spieler, die kommen, müssten besser sein, als die, die da sind. Wir werden keinen Aktionismus betreiben.» Auf der anderen Seite will der VfB auch «keine Spieler abgeben», wie Sportdirektor Fredi Bobic vor der Abreise in seinen New-York-Urlaub betonte. Das gilt auch für umstrittene Profis wie Pawel Pogrebnjak oder Khalid Boulahrouz.

Aus Verletzungsgründen haben Timo Gebhart und Johan Audel den Trainingsauftakt verpasst. Ciprian Marica und Martin Harnik sind noch angeschlagen. Auch Stefano Celozzi und Daniel Didavi sind noch immer nicht richtig fit. Auf sie hat der Arbeitseifer ihres Trainers aber schon abgefärbt: Beide setzten ihr Aufbautraining freiwillig schon am Montag fort - und damit noch zwei Tage früher als ihre Kollegen.