Bormio (dpa) - Stephan Keppler hat den Schwung seiner Gröden-Erfolge in der kurzen Weihnachtspause nicht verloren. Der Skirennfahrer aus Ebingen belegte beim Abfahrtssieg des Österreichers Michael Walchhofer im italienischen Bormio den neunten Platz.

Besser war noch nie ein deutscher Schussfahrer auf der berühmt-berüchtigten Stelvio. «Ich habe keine schweren Fehler gehabt, aber ein paar kleine», sagte Keppler, dessen Ansprüche spätestens nach Rang zwei beim Super-G in Gröden gestiegen sind. Beim Rennen in Bormio, da war sich der 27-Jährige nach den 3270 kraftraubenden Metern auf der eisigen Strecke sicher, «wäre eine halbe Sekunde mehr drin gewesen». «Aber wenn du nicht fehlerfrei auf Platz neun kommst, dann bist du gut», betonte Cheftrainer Karlheinz Waibel, dessen Team auf dem richtigen Weg ist.

Junior Andreas Sander wurde bei seiner Fahrt abgewunken und verpasste beim zweiten Versuch als achtbarer 31. nur knapp Weltcup-Punkte. Tobias Stechert schied unverletzt aus.

Kepplers Ansprüche sind höher geworden in der WM-Saison, in der er wie so viele mittlerweile von einer Medaille auf der Kandahar träumt - und auch die Anerkennung von den Skirennfahrerkollegen ist merklich gestiegen. «Die haben schon gewitzelt, die Favoriten kommen mit den Nummern drei und fünf», sagte der Wahl-Münchner nach der fünften Top-Ten-Fahrt seiner Weltcup-Karriere.

Keppler war mit Nummer fünf unterwegs, die drei trug der Italiener Christof Innerhofer. Dieser wurde am Ende Dritter hinter dem in der Gesamtwertung führenden Silvan Zurbriggen (Schweiz) und eben Walchhofer. «Ich bin lockerer vom Kopf her, das macht es aus», sagte der Gewinner nach seinem 18. Weltcup-Sieg, dem 13. in der Königsdisziplin.

Nicht nur Walchhofer, auch Keppler fühlt sich dieser Tage anders. «Wenn das Selbstvertrauen da ist, geht es einfacher», betonte der Ebinger. Wenngleich er das Gerede von einem «neuen Keppler» für ein «bisschen übertrieben» hält. «Ich habe schon vorher gezeigt, dass ich schnell fahren kann», sagte der 27-Jährige.

Zwar gab es für den Deutschen Skiverband schon große Erfolge in Bormio, wie den WM-Titel von Markus Wasmeier 1985 im Riesenslalom, aber in der Abfahrt war niemand besser als «Keppes». Max Rauffer (2000) und Hansjörg Tauscher (1993) fuhren auf den zehnten Platz. Stefan Krauß, mittlerweile Marketing-Chef beim Verband, war 1995 einmal Neunter. «Das ist ein wirklich gutes Ergebnis von Keppler», sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier nach dem Auftritt auf einer der «heftigsten Abfahrten».