San Jose (dpa) - Ein iPhone-Nutzer der ersten Stunde begehrt gegen Apple auf: Der in Kalifornien lebende Jonathan Lalo hat den Elektronikkonzern wegen der Weitergabe von persönlichen Daten an Werbefirmen verklagt.

Er verlangt Wiedergutmachung von Apple und strebt, um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, eine der berüchtigten Sammelklagen an. Geht diese vor Gericht durch, würde sich Apple Millionen Nutzern des iPhone-Handys und des Tablet- Computers iPad gegenübersehen.

Lalo zeichnet in seiner am Mittwoch bekanntgewordenen Klage ein durch und durch düsteres Bild davon, wie Apple mit dem Datenschutz umgeht. Demnach können Werbefirmen bei jedem iPhone nachverfolgen, welche Zusatzprogramme - sogenannte Apps - der Nutzer herunterlädt, wie oft er sie verwendet und wie lange. Darüber hinaus, so die Klage, erhielten die Werbefirmen teils Zugriff auf persönliche Daten wie Alter des Nutzers, Geschlecht, den Standort oder das Einkommen.

Möglich wird all dies laut der Klage durch eine individuelle Kennung jedes iPhone oder iPad (Unique Device Identifier, kurz UDID). Diese könne weder blockiert, noch verändert oder gelöscht werden, heißt es in der Klageschrift. Erfahren hat Jonathan Lalo von der Kennung aus der Zeitung: Das renommierte «Wall Street Journal» hatte eine Woche vor Weihnachten eine Enthüllungsgeschichte im Blatt. Lalo reichte seine Klage am 23. Dezember ein.

Lalo belangt zusammen mit Apple auch mehrere Anbieter von Apps, die er nach eigenen Angaben über die Jahre heruntergeladen hatte und die, wie er jetzt erfahren musste, seine Daten weitergeben haben. Dazu gehören die Programme von «The Weather Channel» und «Dictionary.com». Was Lalo besonders erzürnt ist, dass Apple vorgebe, jede einzelne App zu prüfen, um den Datenschutz zu gewährleisten. Von Apple selbst war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.