Mailand (dpa) - Bei Milan schlug Kevin-Prince Boateng vor Freude Salti, Lokalrivale Inter dagegen schob nach der jüngsten Pleite Frust. Triple-Sieger Inter hat in der Serie A eine bittere 1:3-Niederlage beim Zweiten Lazio Rom kassiert und ist damit nach kurzem Zwischenhoch wieder abgestürzt.

Spitzenreiter AC Mailand setzte dagegen am 15. Spieltag seinen Höhenflug mit einem lockeren 3:0-Sieg gegen Brescia Calcio fort. Juventus Turin blieb dem Führungsduo Milan und Lazio auf den Fersen und kam am Sonntagabend zu einem 3:1 bei Catania Calcio auf Sardinien.

Der 35 Jahre alte Hernan Crespo bewies hingegen, dass er noch nichts von seiner Gefährlichkeit eingebüßt hat. Zum 2:1 seines FC Parma gegen Udinese Calcio steuerte der Argentinier beide Treffer bei. Er hat damit bereits 150 Tore in seiner Karriere in der Serie A erzielt.

«Milan ist einfach gigantisch», titelte die «Gazzetta dello Sport» und feierte Ex-Bundesliga-Profi Boateng für den Torjubel des Jahres. Der ehemalige Dortmunder schoss Milan schon in der 4. Minute in Führung und feierte sein erstes Tor für die Mailänder mit einem spektakulären Salto.

Anschließend machten der Brasilianer Robinho (28.) und der schwedische Nationalspieler Zlatan Ibrahimovic (31.) den Erfolg perfekt. «Jetzt müssen wir so weitermachen», dämpfte Trainer Massimiliano Allegri die Jubelstimmung. Auch wenn sein perfekt harmonierendes Team Lazio auf Distanz hielt und Inter abhängte, ist es bis zum anvisierten Meistertitel noch ein weiter Weg.

Für Meister Inter scheint die Titelverteidigung bereits unerreichbar. Der in der vergangenen Saison noch schier unbezwingbare Champions League-Sieger kassierte mit dem 1:3 in Rom bereits die dritte Niederlage in den vergangenen vier Liga-Partien. Damit rutschten die Mailänder, die sich nach dem 5:2 gegen Parma in der Vorwoche Hoffnungen auf einen Aufschwung gemacht hatten, weiter ab.

«Jeder muss einfach mehr leisten», forderte Kapitän Javier Zanetti und nahm damit das gesamte Team in die Verantwortung. Fans und Medien schieben die Schuld an Inters Talfahrt aber immer mehr Trainer Rafael Benitez zu. Die anstehende Club-WM in Abu Dhabi ist wohl seine letzte Chance. Hat der Spanier dort keinen Erfolg, könnte Vereinspräsident Massimo Moratti Inter noch zum Weihnachtsfest einen neuen Coach bescheren.