Winterberg (dpa) - Mit einer Champagner-Dusche feierten die deutschen Frauen ausgelassen ihr unglaubliches Jubiläum, Tatjana Hüfner blieb aber auch im Moment des historischen Triumphs bescheiden.

«Die 100 Siege hätten wir ohne viele andere Rodlerinnen nicht erreicht», erinnerte die Olympiasiegerin nach ihrem Jubiläumscoup in Winterberg.

«Das ist mehr etwas für Statistiker. Ich habe das nur sekundär im Hinterkopf», hatte Seriensiegerin Hüfner vor dem Jubiläum bemerkt. Doch nach dem 100. Weltcup-Sieg in Serie war auch für die Perfektionistin nur noch Feiern angesagt. Noch im Zielauslauf wurde Hüfner, die bei ihrem 23. Weltcup-Sieg auch die Zweite Natalie Geisenberger deutlich distanzierte, von ihrem Teamkolleginnen empfangen. Eine gemeinsame Welle im Schneetreiben, eine Champagner- Dusche und ein süßer Jubiläumskuchen - der Heimsieg von Winterberg als Krönung der 13 Jahre langen Siegesserie war für alle etwas Besonderes. «Wir sind ziemlich happy», sagte Geisenberger.

Zwar hatte beim Heimspiel in Winterberg niemand ernsthaft mit einer Niederlage der deutschen Frauen gerechnet, doch die Erleichterung nach dem Jubiläum war greifbar. «Wir haben es ja erst einmal runterbringen müssen», betonte Geisenberger. Anders als noch bei der WM 2009 in Lake Placid, als die deutschen Frauen nach 99 Siegen in interkontinentalen Rennen eine bittere Niederlage einstecken mussten, lief in Winterberg alles glatt.

Weltmeisterin Erin Hamlin? Sechste mit mehr als einer Sekunde Rückstand auf Ausnahmefahrerin Hüfner - im rasanten Rodelsport eine Ewigkeit. Wie dominant die Deutschen sind, zeigte Nachwuchsfahrerin Carina Schwab. Vor einer Woche im österreichischen Igls war die Debütantin auf Rang sieben gefahren, in Winterberg setzte die 19- Jährige noch einen drauf und wurde hinter Anke Wischnewki Fünfte.