Athen (dpa) - Sondereinheiten der griechischen Polizei haben mehrere mutmaßliche Terroristen festgenommen und zahlreiche Waffen beschlagnahmt.

Zwei der Festgenommenen waren wegen angeblicher Verbindungen zu den Absendern von Briefbomben an europäische Spitzenpolitiker gesucht worden, wie der Athener Polizeichef Lefteris Oikonomou am Sonntag vor Journalisten sagte. Zugleich beschlagnahmten die Fahnder Feuerwaffen und mehr als 50 Kilogramm Sprengstoff.

Die Polizisten hätten bei landesweiten Razzien mehrere Schlupfwinkel ausgehoben und sechs Verdächtige festgenommen, sagte der Polizeichef. Zuvor war von neun Festnahmen die Rede gewesen. Die Festgenommenen - darunter eine Frau - seien zwischen 21 und 30 Jahre alt.

Ziel der Durchsuchungen am Samstag war die linksextreme Untergrundorganisation «Sekte der Revolutionäre», die für die Ermordung eines griechischen Journalisten und eines Polizisten verantwortlich sein soll. Gefunden wurden auch gestohlene Nummernschilder, Masken und Perücken.

Die Serie von Briefbomben an europäische Politiker war im vergangenen Monat von einer anderen linksextreme Gruppe ausgegangen, die sich «Verschwörung der Feuerzellen» nennt. Eine der insgesamt 14 Sendungen landete im Berliner Kanzleramt. Das an Kanzlerin Angela Merkel adressierte Paket konnte aber rechtzeitig entschärft werden. Niemand kam zu Schaden.    

Die Razzien am Samstag konzentrierten sich auf Athen, Piräus, Thessaloniki und Kreta. Die dabei gefundenen Waffen seien nach ersten Tests anders als jene, die von der «Sekte der Revolutionäre» eingesetzt wurden. Der Journalist Sokratis Giolas war im Juli vor den Augen seiner schwangeren Frau in Athen erschossen worden. Die Gruppe hatte angekündigt, die Angriffe auf Polizei, Geschäftsleute, Gefängniswärter und auch Touristen zu verstärken.

Medienberichten zufolge wurde in einer der durchsuchten Wohnungen eine Liste mit Namen künftiger Opfer entdeckt. Demnach war in wenigen Tagen ein weiterer Mord geplant. Die «Sekte der Revolutionäre» war erstmals nach dem Tod eines Jugendlichen in Erscheinung getreten, der Ende 2008 durch eine Polizeikugel gestorben war. Nach dem Vorfall war es zu schweren Krawallen gekommen.