München (dpa) - Louis van Gaal staunte nicht schlecht, als er vor dem für Bayern München sportlich bedeutungslosen Champions-League-Spiel gegen den FC Basel zur Abschlusspressekonferenz den Raum betrat.

Das öffentliche Interesse war einen Tag vor der Partie des Gruppensiegers gegen den Schweizer Fußball-Meister wieder einmal groß. Ein Dutzend Kamerateams verfolgte die Ausführungen des Bayern-Trainers, der sich gegen Basel den ersten von vier Siegen vor der Winterpause wünscht. «Wir haben noch vier Spiele. Ich hoffe, dass wir sechs Punkte in der Bundesliga holen, in der Champions League und im Pokal gewinnen», sagte van Gaal.

Vier Siege sind angesichts der Liga-Tristesse und Rang sieben ein Muss für die Münchner vor den Weihnachtsferien, die van Gaal in seiner holländischen Heimat verbringen wird. «Ich bin auch ein Weihnachtsbiest», scherzte der Trainer nach der Fragerunde mit den Journalisten, der sich in der Titelsaison als «Feierbiest» bezeichnet hatte.

Wegen des großen Rückstands auf Herbstmeister Borussia Dortmund ist den Münchnern derzeit eigentlich nicht zum Scherzen zumute. Umso wichtiger sind Erfolge: für das Selbstvertrauen, das Image und das verschüttgegangene «mia-san-mia»-Gefühl. «Auch wenn es gegen Basel tabellarisch um nichts mehr geht, geht es für uns doch um etwas: Dass wir einen Sieg einfahren. Das gibt Selbstvertrauen und das wäre auch für Samstag sehr wichtig», sagte Bastian Schweinsteiger mit Blick auf die Partie gegen den FC St. Pauli.

Gegen die Eidgenossen, die mit dem ehemaligen Münchner Spieler Thorsten Fink als Trainer noch auf ein Weiterkommen in der Königsklasse hoffen, stehen für die Bayern auch 800 000 Euro an UEFA- Prämien auf dem Spiel. «Das ist Anreiz genug, den FC Basel zu schlagen», sagte Karl-Heinz Rummenigge. Trotz der nationalen Krise traut der Vorstandschef seinem Club zu, «in der Champions League für Furore» zu sorgen.

Das würden die Münchner zu gerne, denn in der Liga hinken sie meilenweit hinter Dortmund her. «Dadurch, dass wir jetzt wieder verloren haben, ist ein Sieg für uns ganz wichtig», sagte Torhüter Thomas Kraft. «Zwar nicht wichtig, um weiterzukommen, aber wichtig, um einfach ein gutes Gefühl für die nächsten Spiele zu haben.»

Kraft wird anstelle von Stammkeeper Jörg Butt wie schon beim 2:3 in Rom das Tor hüten. Inmitten der Spekulationen um einen Wechsel des Schalkers Manuel Neuer zu den Bayern will der 22-Jährige für sich selbst werben. Im Angriff möchte Mario Gomez seinen sechs Champions-League-Treffern weitere folgen lassen - und würde sich damit weiter auf einer Spitzenpositionen in der Torjägerliste halten.