Berlin (dpa) - Die deutsche Industrie hat im Oktober den kräftigen Auftragsdämpfer vom Vormonat nur etwas wettgemacht. Auf Monatssicht sind die Auftragseingänge preis- und saisonbereinigt leicht um 1,6 Prozent gestiegen, im Vergleich zum Vorjahr ergab sich hingegen ein deutliches Plus von 17,9 Prozent.

Das berichtete das Wirtschaftsministerium am Dienstag mit. Im September waren die Bestellungen zum Vormonat aufgrund geringerer Großaufträge um vier Prozent gefallen. Ökonomen rechnen nach einem starken ersten Halbjahr zum Jahresende hin mit generell nachlassendem Schwung der Industrie.

Das Ministerium verwies auf eine robuste Nachfrage aus dem Inland. Darauf gestützt starte die Industrie trotz schwächerer Bestellungen aus der Eurozone mit einem soliden Orderzuwachs in das Jahresschlussquartal. Die Impulse seien im Oktober mit einem Auftragsplus im Monatsvergleich von 2,4 Prozent verstärkt aus dem Inland gekommen, aber auch die Nachfrage aus dem Ausland legte um 0,8 Prozent zu. Besonders stark war der Anstieg bei Konsumgütern, etwas geringere Zuwächse gab es bei Vorleistungs- und Investitionsgütern.

Der deutschen Industrie ist nach Einschätzung der NordLB der Start in das vierte Quartal gelungen. Die Auftragsbücher seien wieder ein Stück besser gefüllt als nach dem Einbruch im Vormonat, heißt es in einer Studie. Diese Entwicklung passe in das generelle Bild der deutschen Wirtschaft.

Nach einem phänomenalen Sommer gerate die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in ruhiges Fahrwasser. Auch die Commerzbank verweist auf den nachlassenden Schwung. Der Trend zeige aber immer noch leicht nach oben, heißt es in einer Studie.

Im Zweimonatsvergleich (September/Oktober im Vergleich zu Juli/August) sanken die Auftragseingänge laut Ministerium um 1,5 Prozent. Die Inlandsnachfrage kletterte dabei um 0,4 Prozent, während die Auslandsaufträge um 2,9 Prozent zurückgingen. Auf Jahressicht legten die Bestellungen im Zweimonatsvergleich insgesamt um 16 Prozent zu. Das negative Vorzeichen des Zweimonatsvergleichs ist laut Ministerium auch auf weniger umfangreiche Großaufträge zurückzuführen. Im Dreimonatsvergleich, bei dem die Großaufträge gleichmäßiger verteilt seien, hätten die Auftragseingänge bereinigt um 1,4 Prozent zugelegt.

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