Dresden (dpa) - Hans-Joachim Otto ist Fan von Eintracht Frankfurt. Außerdem ist der FDP-Abgeordnete auch Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und kümmert sich deswegen um den IT-Standort Deutschland.

Fußball und Wirtschaftspolitik bringt Otto auf dem IT-Gipfel in Dresden mühelos zusammen: «Die ITK-Branche ist sehr gut, Eintracht Frankfurt ist sehr gut und auch Dynamo Dresden. Aber es gibt noch Luft nach oben.»

Der Staatssekretär bezieht sich auf eine Studie, die den IT- Standort Deutschland auf einem Platz im gehobenen Mittelfeld sieht, zwischen Schweden und den Niederlanden auf Platz 7, aber hinter Großbritannien und Dänemark und mit weitem Abstand zu den drei Spitzenreitern Südkorea, USA und Japan. Mit diesem Platz in der Liga könne Deutschland nicht zufrieden sein, sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). «Wir können noch besser werden.»

Damit es vorangeht mit der Schlüsselbranche, müsse es «einen Schulterschluss zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft» geben, wirbt Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) auf der Konferenz im Kongresszentrum Dresden. «Das ist genau das, was Sachsen auch geschafft hat, dass wir die verschiedenen Akteure miteinander vernetzen». Das Schlagwort für das Zentrum der Chip-Industrie, «Silicon Saxony» ist denn auch einer meistgenannten Begriffe auf dem IT-Gipfel.

Für den Bitkom-Verband konstatiert dessen Präsident August-Wilhelm Scheer: «Wir haben das Verhältnis zwischen Politik und Wirtschaft in unserer Branche erheblich verbessern können.» Nach der «zum Teil überemotional geführten Diskussion» um den Internet-Straßenatlas Google Street View gebe es mit der rechtzeitig vor dem IT-Gipfel vorgelegten Selbstverpflichtung für die Wahrung von Persönlichkeitsrechten bei Geodatendiensten einen überzeugenden Ansatz. Der Entwurf für diesen Datenschutz-Kodex gibt den Bürgern ein generelles Recht, Abbildungen ihrer Häuser unkenntlich zu machen.

«Es war erst einmal wichtig, die öffentliche Debatte zu versachlichen», sagt der Deutschland-Geschäftsführer von Microsoft, Ralph Haupter, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Es sei durchaus eine Herausforderung gewesen, den Entwurf für den Kodex in so kurzer Zeit zu entwickeln. Die Branche habe damit auch gezeigt, dass sie die Bedenken von Bürgern wie Politik sehr ernst nehme.

Der Datenschutz spielt auf dem IT-Gipfel eine eher untergeordnete Rolle. Bundesinnenminister Thomas de Maizière bekräftigt zwar seinen Entwurf für ein Gesetz, das den Datendiensten im Netz eine «rote Linie» ziehen soll. Ansonsten aber geht es in Dresden vor allem ums große Geschäft.