Juncker attackiert Bundesregierung

Berlin (dpa) - Der Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, hat die Bundesregierung wegen ihrer Ablehnung seines Vorschlags für gemeinsame Euro-Anleihen aller Länder ungewöhnlich scharf attackiert. «Deutschland denkt da ein bisschen simpel», sagte der luxemburgische Ministerpräsident der Hamburger Wochenzeitung «Die Zeit». Die Bundesregierung habe seinen Vorschlag nicht genau geprüft. «Diese Art, in Europa Tabuzonen zu errichten und sich gar nicht mit den Ideen anderer zu beschäftigen, ist eine sehr uneuropäische Art europäische Geschäfte zu erledigen», warf er Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble vor. Beide hatte Junckers Vorstoß für die Einführung sogenannter Eurobonds umgehend strikt abgelehnt.

Aufatmen an Ruhr und Saar: Kohlebeihilfen bis 2018

Brüssel (dpa) - Aufatmen bei den 25 000 Kumpeln an Ruhr und Saar: Deutschland darf seine Steinkohlezechen doch noch bis 2018 subventionieren. Der Bundesregierung ist in Brüssel nach monatelangem Drängen der Durchbruch gelungen. Die EU-Kommission änderte ihren Beschluss vom Juli ab und gibt das Ausstiegsdatum 2014 auf. Voraussetzung ist aber, dass Deutschland seine Milliardensubventionen zügiger als geplant reduziert. Wären die Milliardenhilfen vier Jahre vorher ausgelaufen, hätten laut Gewerkschaften Massenentlassungen gedroht. Nun bekommen die deutschen Kumpel eine Gnadenfrist. Der Vorschlag der Kommission entspricht dem deutschen Kohlekompromiss von 2007.

Deutsche Exporte legen Verschnaufpause ein

Wiesbaden (dpa) - Nach dem zuletzt kräftigen Plus haben die deutschen Exporte im Oktober eine Verschnaufpause eingelegt. Auf Monatssicht sanken die Ausfuhren um 1,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Die Einfuhren legten leicht um 0,3 Prozent zu. Verglichen mit dem Oktober des Krisenjahres 2009 ergaben sich aber erneut deutliche Zuwächse: Die Exporte legten um 19,8 Prozent zu, die Importe um 21,0 Prozent. Insgesamt führte die deutsche Exportindustrie im Oktober Waren im Wert von 86,8 Milliarden Euro aus. Das ist mehr als vor der Krise in den ersten zehn Monaten 2008, sagte ein Sprecher des Statistikamtes.

BMW, Audi und Daimler bleiben auf Erfolgskurs