Berlin (dpa) - Mit den Angriffen auf Websites der beiden führenden Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard hat der Konflikt um die Enthüllungsplattform Wikileaks eine neue Dimension erreicht. Die Attacken demonstrieren die enge Vernetzung der Wikileaks- Unterstützer.

Warum waren die Webseiten dieser Firmen zeitweise offline?

Die Web-Server waren DDOS-Angriffen ausgesetzt. Die Abkürzung steht für «Distributed Denial of Service». Dabei werden Unmengen von Anfragen an die Internet-Adressen der Angriffsziele geschickt, mehrere Gigabit pro Sekunde, so dass die Web-Server mit der Bearbeitung überfordert sind und lahmgelegt werden. Das ist, wie wenn nach einem Fußballspiel hunderte von Heimkehrern in eine Straßenbahn drängen, so dass man selbst nicht mehr hineinkommt.

Wer steckt hinter den Attacken?

Zu den Angriffen hat sich die «Anonymous»-Bewegung bekannt, die 2008 mit Protestaktionen gegen die Organisation Scientology bekannt wurde.

Was sind die Motive dieser Gruppe?

Die «Anonymous»-Bewegung ist Teil einer Szene, die das Internet als eigenständigen Raum versteht, der von staatlichen Eingriffen frei bleiben soll. Dabei verbinden sich libertäre und anarchistische Strömungen in der Vorstellung, dass das Internet ein «souveränes Territorium» sei.