FRANKFURT (dpa-AFX) - Freundliche Aktienmärkte und beruhigende Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet haben den Euro <EURUS.FX1> am Donnerstag wieder über die Marke von 1,21 US-Dollar getrieben. Die Gemeinschaftswährung kostete am späten Nachmittag 1,2105 Dollar und damit gut zwei Cent mehr als beim Vier-Jahres-Tief am Montag. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,2045 (Mittwoch: 1,2010) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8302 (0,8326) Euro.

"Die Erholung an den Aktienmärkten und die Aussagen von EZB-Präsident Trichet haben den Euro gestützt", sagte Experte Eugen Keller vom Bankhaus Metzler. Trichet sei es gelungen, die Märkte etwas zu beruhigen. Dazu beigetragen habe sicherlich auch die Fortführung der Drei-Monats-Tender mit Vollzuteilung. Die EZB setzt damit ihre Notpolitik fort. Trichet sei insgesamt der Spagat gelungen, die nach wie vor stark verunsicherten Märkte zu beruhigen und gleichzeitig keine Zweifel an der Sicherung der Preisstabilität aufkommen zu lassen.

Die EZB könne dabei auf einen Bilanz "ohne Fehl und Tadel" zurückblicken, sagte Keller. Allerdings müsse die EZB ihre zuletzt angekratzte Glaubwürdigkeit langfristig zurückgewinnen. Ein Ende des Sparens in der Eurozone sei nicht abzusehen. Deshalb dürfte die Euro-Erholung auch nicht nachhaltig sein. Später dürften dann aber auch andere, noch stärker verschuldete Länder wie etwa die Vereinigten Staaten, Großbritannien oder auch Japan in den Fokus rücken. Trichet selbst hatte mit Blick auf den jüngsten Kursrutsch des Euro versichert, dass der Euro eine glaubwürdige Währung sei.

Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,82520 (0,82590) britische Pfund <GBPVS.FX1>, 109,84 (109,99) japanische Yen <JPYVS.FX1> und 1,3788 (1,3762) Schweizer Franken <CHFVS.FX1> festgelegt. Der Preis für eine Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1.217,50 (1.233,50) Dollar gefixt. Der Kilobarren Gold kostete 32.692,75 (33.937,90) Euro.