Länder wollen gemeinsam mit Opel Hilfen prüfen

Berlin (dpa) - Nach der Absage des Bundes wollen die vier Länder mit Opel-Werken jetzt im Alleingang mit dem Management des Autobauers nach alternativen Hilfen suchen. Das kündigten die Ministerpräsidenten von Hessen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz am Donnerstag nach einem Spitzengespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an. Der Mainzer Regierungschef Kurt Beck (SPD) kritisierte Merkel. Sie habe keinen neuen Weg zur Unterstützung von Opel aufgezeigt: «Wir sind alle bitter enttäuscht.» Die Bundesregierung stritt heftig über ihren Opel-Kurs. FDP-Chef Guido Westerwelle stellte sich hinter seinen Minister Rainer Brüderle, der Staatsbürgschaften aus dem Deutschlandfonds abgelehnt hatte. Merkel hatte anschließend betont, das sei nicht das letzte Wort gewesen.

Weiter Zittern bei Karstadt - Entscheidung vertagt

Essen (dpa) - Nach dem Zuschlag für Karstadt-Investor Nicolas Berggruen hängt die Rettung der Warenhauskette von einer schnellen Einigung mit dem Vermietern ab. Unter Hinweis auf die noch fehlenden Mietverträge vertagte das Essener Amtsgericht am Donnerstag die eigentlich für diesen Tag vorgesehene Bestätigung des Karstadt- Insolvenzplans um weitere gut fünf Wochen. Karstadt-Investor Berggruen hatte im Bieterrennen um Karstadt den Zuschlag erhalten, ohne dass zuvor eine Einigung mit den Vermietern erfolgt wäre. Den Kaufvertrag für das Unternehmen mit bundesweit 120 Warenhäusern und 25 000 Beschäftigten hatte der Investor deshalb nur unter Vorbehalt unterschrieben. Nur wenn die Einigung bis zum 16. Juli vorliegt, können die Richter endlich grünes Licht für den Insolvenzplan geben.

Preisauftrieb beschleunigt sich

Wiesbaden (dpa) - Der Preisauftrieb in Deutschland zieht leicht an. Im Mai lag die Inflationsrate wegen der gestiegenen Preise von Benzin, Diesel und Heizöl bei 1,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte und damit seine erste Schätzung bestätigte. Im März hatte die Jahresrate dagegen noch bei 1,1 Prozent gelegen, im April bei 1,0 Prozent. Eine höhere Teuerung hatte es zuletzt im November 2008 mit 1,4 Prozent gegeben. Damit wird die für die Geldpolitik wichtige Zielgröße von knapp 2,0 Prozent allerdings weiterhin deutlich unterschritten. Besonders große Anstiege im Jahresvergleich gab es bei der Energie.

EZB erhöht Wachstumsprognose für 2010