Berlin (dpa) - Die vier Bundesländer mit Opel-Werken müssen im Alleingang ein Rettungspaket für den Autobauer schnüren - und wollen dafür ihre Bürgschaften kräftig aufstocken. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) musste am Donnerstag eingestehen, dass es keine Möglichkeit mehr für direkte Bundeshilfen gibt.

Opel könne nur wie alle anderen Autobauer Mittel für Forschungsprojekte anzapfen. «Weitergehende Zusagen konnte der Bund - ich spreche jetzt nicht über die Länder - heute nicht machen», sagte Merkel. Zuvor hatte sie den Eindruck erweckt, es gebe noch Spielraum auf Bundesseite.

Die Ministerpräsidenten von Hessen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz kündigten nach einem Treffen mit Merkel an, der US-Mutterkonzern General Motors (GM) könne jetzt neue Anträge auf Bürgschaften stellen.

Die Länder wollen deutlich höhere Garantien gewähren. «Dass wir insgesamt aufstocken, ist gemeinsame Linie», sagte Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU). Ihr Land wolle von 27,8 Millionen auf etwa 68 Millionen Euro erhöhen. Rheinland-Pfalz will eine Bürgschaft von bis zu 100 Millionen statt 62 Millionen Euro geben.

Opel braucht aber deutlich weniger Garantien als die von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) am Mittwoch abgelehnte Bürgschaft von 1,1 Milliarden Euro. Opel-Chef Nick Reilly bezifferte die Lücke auf etwa 400 Millionen Euro. GM will rund 8300 der 48 000 Stellen in Europa abbauen.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) sagte, die Länder seien sich einig, offen für neue Verhandlungen mit Opel und GM zu sein. Der Mainzer Regierungschef Kurt Beck (SPD) kritisierte Merkel. Sie habe in dem Gespräch keinen neuen Weg zur Unterstützung von Opel aufgezeigt: «Wir sind alle bitter enttäuscht.»

Auch das Opel-Stammland Hessen will den Autohersteller nicht hängenlassen. GM/Opel müsse nun auf die Länder zugehen, sagte Regierungschef Roland Koch (CDU). Die Länder würden sich nicht überbieten, sondern sauber mögliche Anträge auf staatliche Hilfen prüfen: «Wir wollen keinen Wettlauf der Bundesländer haben.»