London (dpa) - Der Chef der Fluglinie British Airways (BA), Willy Walsh, hat wegen der Krise des Unternehmens zum zweiten Mal auf seinen Jahresbonus verzichtet. Walsh habe die ihm angebotenen rund 334 000 Pfund (405 000 Euro) für das vergangene Geschäftsjahr (bis 31. März) abgelehnt.

Das teilte BA am Donnerstag in London mit. Das habe er auch im Geschäftsjahr 2008/2009 getan. Im Sommer 2009 verzichtete Walsh außerdem zusammen mit rund 7000 Mitarbeitern einen Monat lang zum Teil auf sein Gehalt, weil die Fluglinie Kosten sparen musste.

Sein Jahreslohn habe sich seit 2008 nicht erhöht und liege weiterhin bei 735 000 Pfund. Unterdessen kündigte die Gewerkschaft Unite weitere Streiks an, falls von BA nicht bald ein neues Angebot kommt. BA ist seit Monaten in einen Streit mit seinem Kabinenpersonal verwickelt, weil dessen Arbeitsbedingungen strenger werden sollen.

Immer wieder kam es deshalb zu Streiks, der bislang letzte endete am Mittwoch. Der Arbeitskampf soll BA bereits Millionen gekostet haben. «Unsere Position ist klar», sagte Walsh am Donnerstag bei der Vorstellung des BA-Jahresberichtes. Man habe mit Unite lange gut zusammengearbeitet. «Aber wir können es nicht dulden, dass sie uns bei den Fortschritten im Wege stehen, die wir machen müssen, um die Zukunft von BA zu sichern.»

Im vergangenen Geschäftsjahr flog BA den größten Verlust seit der Privatisierung im Jahr 1987 ein. Unter dem Strich stand ein Minus von 425 Millionen Pfund, der Verlust war um knapp 19 Prozent größer als ein Jahr zuvor.

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