Frankfurt/Main (dpa) - Nichts war es mit dem Heimvorteil für die Deutsche Bank Skyliners Frankfurt. Dem überraschenden 65:63 im ersten Playoff-Finale der Basketball-Bundesliga bei den Brose Baskets Bamberg folgte am 9. Juni der erste Rückschlag mit dem 68:73 (23:40) gegen den Pokalsieger.

«Jetzt fangen wir wieder bei null an», sagte Frankfurts starker Kapitän Pascal Roller. «Aber», fügte der Ex-Nationalspieler an, «wir haben ja gezeigt, dass wir in Bamberg gewinnen können.» Das 1:1 in der maximal fünf Spiele umfassenden Finalserie ist für die Hessen nicht das Ende der Träume, um schon wie 2004 gegen Bamberg erneut unter der Regie von Cheftrainer Gordon Herbert den zweiten Titel zu holen.

«Wir haben die besseren Antworten gefunden. Unser Optimismus wurde belohnt. Ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft nach der letzten Niederlage», sagte Bambergs Coach Chris Flemming lachend. Die Baskets haben nach dem überzeugenden Auftritt in der Ballsporthalle wieder die Bürde des Favoriten übernommen. Gefallen fand er an der ersten Halbzeit seines Teams mit einem überragenden Ex-NBA-Profi Casey Jacobsen (24 Punkte). «Da haben wir klar den Ton angegeben», meinte Flemming. Das 16:17 nach dem ersten Viertel drehten die Bamberger bis zur Halbzeit zur 40:23-Führung.

Damit war die Vorentscheidung gefallen, obwohl die Skyliners drei der vier Viertel (17:16, 20:14, 25:23) gewannen. Aber Fehlwürfe, Fehlpässe und einfache Ballverluste kennzeichneten das Frankfurter Spiel im zweiten Viertel. Fast acht Minuten blieben sie ohne Punktgewinn, gingen mit 6:24 unter. «Sie haben uns ausgespielt. Gegen ein solches Team wie Bamberg kommt man nur schwer zurück, wenn man erst einmal hinten liegt», erklärte Jimmy McKinney.

Frankfurt machte in der Endphase das Spiel schnell, biss sich aber an der starken Gäste-Defensive die Zähne aus. «Bamberg hat uns mit aggressiver Defensive unter Druck gesetzt und das Tempo diktiert», konstatierte Skyliners-Coach Herbert.

Die 5000 lärmgewaltigen Zuschauer in der ausverkauften Höchster Halle kamen auf ihre Kosten. Ein Ausfall der Zeitmessung erzwang eine längere Unterbrechung. In der Endphase wurde das einst «körperlose Spiel» hart: Skyliners-Spielmacher Aubrey Reese musste nach einem Zusammenprall mit Bambergs Hünen Predrag Suput mit blutender Platzwunde vom Parkett. Auch Derrick Allen machte unangenehme Bekanntschaft mit Bamberger Gegenwehr.

Viel Zeit bleibt den Hessen nicht zum «Wunden lecken». Bereits am 13. Juni folgt die dritte Partie in Bamberg. Die Entscheidung fällt frühestens am 15. Juni im Spiel vier, wenn wieder die Skyliners Gastgeber sind. Eine mögliche fünfte Begegnung ist zwei Tage später in Bamberg angesetzt.