Hamburg (dpa) - Günther Jauch, einer der bekanntesten deutschen Fernsehmoderatoren, soll jetzt doch die ARD verstärken: Vom Herbst 2011 an werde der 53-Jährige auf Anne Wills bisherigem Sendeplatz am Sonntagabend um 21.45 Uhr einen Polittalk moderieren.

Sein Vertrag, geschlossen mit NDR und WDR, laufe über drei Jahre, teilte die ARD am Donnerstag mit. Die Gremien müssen allerdings noch zustimmen. Jauch wird weiterhin bei RTL zu sehen sein, wenn auch weniger als bisher.

Unklar bleibt die Zukunft von ARD-Talkerin Anne Will: Eine Option ist, dass die 44-Jährige auf den Donnerstagabend ausweicht, zumal die ARD von Montag bis Donnerstag allabendlich Gesprächssendungen um 22.45 Uhr platzieren will. Das würde jedoch auch bedeuten, dass ein neuer Sendeplatz für Harald Schmidts Late-Night-Show her müsste - sollte er weiter dem öffentlich-rechtlichen Sender die Treue halten.

ARD-Programmdirektor Volker Herres erklärte der Deutschen Presse- Agentur, es werde für alle Formate auch angemessene Sendeplätze geben. «Die nötigen Schemaanpassungen werden in Ruhe diskutiert. Wir haben ja noch über ein Jahr Zeit.»

Weitere Sendungen mit Günther Jauch seien vorerst nicht geplant, hielt Herres fest. Der Programmdirektor erklärte, dass die redaktionelle Federführung der neuen Talkrunde beim NDR liege. Über das Konzept könne er noch keine Auskunft geben, «aber es wird eine aktuelle politische Sendung sein».

Jauch wird künftig im Spagat tätig sein: Auf der einen Seite für die ARD, und auf der anderen für RTL, wo er weiter seine Erfolgsshow «Wer wird Millionär?» präsentieren soll. «Stern TV» gibt er ab, teilte der Kölner Privatsender mit. Ein Nachfolger stehe noch nicht fest.

«Schön, dass es im zweiten Anlauf geklappt hat», zitierte die ARD den Moderator. «Jetzt freue ich mich auf meine Sendung am Sonntagabend im Ersten.» Vor rund dreieinhalb Jahren war der Wechsel Jauchs zur ARD gescheitert, weil ihm aus seiner Sicht zu viel Widerstand aus Reihen der ARD-Gremien entgegengebracht wurde. Jauch wollte sich nicht näher zur Sendung äußern, bis «alles endgültig fix» sei. Außerdem stecke er gerade für RTL in den Fußball-WM- Vorbereitungen. Offen ist auch, ob er den Talk selbst produziert.