Istanbul (dpa) - Bernd Schuster kehrt Spanien den Rücken und sucht sein neues Trainer-Glück am Bosporus bei Besiktas Istanbul. Schuster unterschrieb nach längerem Hin und Her einen Zweijahresvertrag beim 13-maligen türkischen Fußball-Meister.

Deutsche Trainer haben bei Besiktas Tradition: Zuvor betreuten schon Christoph Daum, Karl-Heinz Feldkamp und Hans-Peter Briegel den Club. Um die Ablösung des bisherigen Coaches Mustafa Denizli soll es großes Gerangel gegeben haben.

«Besiktas Istanbul ist eine große Herausforderung und eine sehr spannende Aufgabe in einem für mich neuen Land, wo ich weder als Spieler noch als Trainer bis dato gearbeitet habe», erklärte der Europameister von 1980. Seit seiner Entlassung bei Real Madrid im Dezember 2008 war Schuster ohne Job. Vor seinem Engagement bei den «Königlichen» hatte er erfolgreich beim Vorstadtclub FC Getafe gearbeitet.

Nun soll der gebürtige Augsburger Besiktas zu neuen Höhen führen. Der Traditionsverein war 2009 zum bisher letzten Mal türkischer Meister, belegte in der abgelaufenen Spielzeit aber nur Platz vier. «Mein persönliches Ziel für das erste Jahr wird es sein, die Mannschaft auf einen besseren Tabellenplatz zu führen als im Vorjahr», meinte Schuster zurückhaltend. Erster Schritt sei die Europa League-Qualifikation, die Mitte Juli beginnt.

Zuvor hatte bereits ein Besiktas-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa in Istanbul die Einigung bestätigt und erklärt, der Club habe eine entsprechende Mitteilung auch an der Börse in Istanbul verbreitet. «Details des Vertrages werden später bekanntgegeben», sagte der Vereinssprecher. Die türkische Sportzeitung «Fanatik» berichtete, Schuster solle pro Jahr ein Gehalt in Höhe von 2,6 Millionen Euro bekommen.

Den Ausschlag gegen Angebote aus der Primera Division und zugunsten der Weiß-Schwarzen, die mit Galatasaray und Fenerbahce zwei erbitterte Stadt-Rivalen haben, soll aber nicht allein das Geld gegeben haben. Entscheidend für den einstigen Mittelfeld-Strategen Schuster sei stets das Gesamtpaket, zu dem die sportliche Perspektive, das Umfeld das Clubs und die Bedingungen für die Familie gehören, hieß es.

Bei Besiktas spielen auch die ehemaligen Bundesliga-Profis Fabian Ernst und Michael Fink. Laut türkischen Medienberichten soll sich der bisherige Trainer Mustafa Denizli bis zuletzt heftig gegen seine Ablösung gewehrt haben. Auch im Vereinsvorstand habe es zunächst Streit wegen der Personalie gegeben. Zuletzt sei auch Schalke-Trainer Felix Magath noch in der engeren Auswahl der möglichen Nachfolger von Denizli gewesen.