Hamburg (dpa) - Peter Paul Rubens, Anthonis van Dyck und Jacob Jordaens gehören zu den bedeutendsten Künstlern des flämischen Barock. Mit ihren figurenreichen und pathosgeladenen Kompositionen prägten sie die europäische Kunstentwicklung des 17. Jahrhunderts.

Rund 50 Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken aus dem Bestand des Königlichen Museums für Schöne Künste in Antwerpen sind vom 11. Juni bis zum 19. September im Bucerius Kunstforum in Hamburg zu Gast. Gezeigt werden so bedeutende Werke wie die «Frierende Venus» und die «Kreuzabnahme» von Rubens, van Dycks «Beweinung Christi» oder Jordaens «Anbetung der Hirten». Ein Großteil der Werke hat Antwerpen bislang noch nie für eine Ausstellung verlassen.

Die stärksten Impulse gingen von Rubens aus, in dessen Antwerpener Werkstatt van Dyck und Jordaens zu Beginn ihrer Karrieren arbeiteten. Mit und neben ihnen wirkten in Antwerpen noch zahlreiche andere Künstler, die zusammen die «Antwerpener Schule» bildeten. Obwohl das ehemalige Handelszentrum nach 1600 seine Wirtschaftskraft weitgehend eingebüßt hatte und der Krieg zwischen den von Spanien beherrschten katholischen südlichen und den protestantischen nördlichen Niederlanden die Bevölkerung bedrohte, entfaltete sich der europäische Barock hier besonders prachtvoll.

Die Ausstellung gliedert sich in sechs Kapitel. Das erste Kapitel stellt die mythologischen Bilder der Antike vor. Der zweite Saal ist den großen Altartafeln der Gegenreformation gewidmet. Ein weiterer Galerieraum zeigt Porträts als Repräsentationsform des Antwerpener Bürgertums. Bankiers, Kaufleute und Händler entwickelten eine aristokratische Attitüde. Sie ließen sich in Lebensgröße darstellen, was bis dahin dem Adel vorbehalten war. Prachtvolle Exotik und flämische Volkstümlichkeit sind im Raum der Stillleben und Genredarstellungen zu erleben. In stimmungsvollen Landschaftsbildern sind die Menschen harmonisch eingebunden. Auch die Druckgrafik nach Peter Paul Rubens wird in einer eigenen Sektion gezeigt.

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