New York (dpa) - Ein weiterer Investor fühlt sich von Goldman Sachs über den Tisch gezogen: Der australische Hedge-Fonds Basis Yield Alpha Fund wirft der viel gescholtenen US-Investmentbank vor, sie zu einer Anlage in Hypothekenpapiere verleitet zu haben, als sich deren Niedergang bereits abgezeichnet habe.

Die Australier reichten am Mittwoch in New York Klage ein und verlangen mehr als 1 Milliarde Dollar Wiedergutmachung. Die Vorwürfe schließen sich nahtlos an die Klage der US-Börsenaufsicht SEC von Mitte März an. Auch sie wirft Goldman Sachs vor, Anleger hinters Licht geführt zu haben. Einer der Geschädigten soll die deutsche Mittelstandsbank IKB gewesen sein. Sie hatte 2007 über ein kompliziert konstruiertes Wertpapier auf steigende US-Immobilienpreise gesetzt. Kurz darauf brach der Markt ein.

Die sogenannten «Abacus»-Papiere stehen im Mittelpunkt der SEC-Klage. Nach Medienberichten schaut sich die Börsenaufsicht nun aber auch den ähnlich aufgebauten und ebenfalls gescheiterten «Hudson Mezzanine Funding» an. Auch hier steht der Verdacht im Raum, dass Goldman seine Anleger übervorteilt hat. Ob es zu einer weiteren Anklage kommt, ist aber noch offen.

Zwischenzeitlich hat sich nicht nur der US-Kongress kritisch mit den Geschäften von Goldman Sachs auseinandergesetzt. Auch die New Yorker Staatsanwaltschaft hat sich eingeschaltet. Erst am Montag verlangten die Parlamentarier mit Nachdruck die Herausgabe von Dokumenten und Zugang zu Bankmitarbeitern. Abgeordnete beklagten einen mangelnden Willen des Wall-Street-Hauses zur Zusammenarbeit. Goldman Sachs verteidigte sich, die Bank habe alle geforderten Daten übergeben.

Bei einer Kongressanhörung Ende April waren bereits viele Interna an die Öffentlichkeit gedrungen. Unter anderem kam die Sprache auf ein Hypothekenpapier namens «Timberwolf». In einer E-Mail bezeichnete ein Goldman-Mitarbeiter dies als «ein dreckiges Geschäft». Der jetzt klagende Basis Yield Alpha Fund hatte in «Timberwolf» investiert und nach eigenen Angaben einen Verlust von 56 Millionen Dollar erlitten. Dieses Geld plus eine in den USA übliche saftige Bußzahlung verlangen die Australier nun von Goldman Sachs.

Goldman habe Investoren bewusst zum Kauf von toxischen Wertpapieren gedrängt, erklärte der Anwalt der Australier. «Goldman sollte zur Rechenschaft gezogen werden.» Die Investmentbank sieht in der Klage indes nur den Versuch, die erlittenen Verluste auf sie abzuwälzen.