Wolfsburg (dpa) - Der einstige Dribbelkönig, Spaßvogel und Weltmeister Pierre Littbarski ist zurück in der Fußball- Bundesliga. Die unverhoffte Rückkehr als Co-Trainer nach Deutschland zum VfL Wolfsburg löste beim inzwischen 50-Jährigen Glücksgefühle aus.

«Als ich den Vertrag unterschrieben habe, war ich so nervös wie bei meinem ersten Profi-Vertrag», bekannte Littbarski. Die Nomadenjahre in Japan, Australien, Iran und Liechtenstein sollen für den Weltmeister von 1990 nun endgültig ein Ende haben. Auch wenn seine ersten Trainerstationen in Deutschland bei Bayer Leverkusen als Co-Trainer von Berti Vogts (bis 2001) und beim MSV Duisburg als Chefcoach (2002 entlassen) nur mäßig erfolgreich waren, will der 73-fache Nationalspieler (18 Tore) nun in seiner Heimat Fuß fassen.

«Ich will gerne langfristig hierbleiben. Dafür brauchen wir natürlich Erfolge», sagte Littbarski, der zuletzt beim FC Vaduz aus Liechtenstein als Trainer unter Vertrag gestanden hatte und beim Schweizer Zweitligisten im April entlassen worden war.

Für den Job beim «absoluten Spitzenclub VfL» nahm Littbarski auch eine Rolle als Assistent von Chefcoach Steve McClaren in Kauf. «Ich bin jetzt 50 Jahre alt. Mein Ego liegt irgendwo in Japan in einer Schublade. Ich muss nicht mehr in der ersten Reihe stehen», sagte Littbarski, der in Wolfsburg einen Vertrag zunächst bis 2012 bekam.

Laut VfL-Manager Dieter Hoeneß steht einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit McClaren nicht viel im Weg. «Er ist vom Typ her so, dass er die Sprache der Spieler spricht», sagte Hoeneß über seinen einstigen Weggefährten im DFB-Trikot. «Natürlich ist Litti ein Stück Fußballgeschichte. Er stellt eine natürlich Autorität dar. Er hat ja ein bisschen was gekonnt.» Neben der Trainingsarbeit ist «Litti» auch als Dolmetscher für den Deutsch paukenden englischen Coach McClaren gefragt. «Die Chemie mit dem Trainer stimmt. Wichtig war jemand, der fließend englisch spricht», sagte Hoeneß.

Mit dem neuen Job bei den Niedersachsen hat der einstige Bundesliga-Profi des 1. FC Köln auch seinen zuletzt geäußerten Wunsch nach dem Posten als australischer Nationaltrainer ad acta gelegt. «Natürlich ist so etwas interessant. Aber wenn ich die Wahl zwischen Bundesliga und Nationalcoach in Australien gehabt hätte, dann ist doch klar, dass ich mich auch dann für die Bundesliga entschieden hätte», sagte Littbarski.