Berlin (dpa) - Fast acht Monate nach dem Start ist die schwarz- gelbe Koalition in Bedrängnis. Die Angriffe reichen von «Wildsau» bis «Rumpelstilzchen» - und die Liste der Streitthemen ist lang. Vielfach schwelt auch dort neuer Zwist, wo sich die Koalition schon einig war.

SPARPAKET: Bis 2014 wollen Union und FDP im Bundeshaushalt 81,6 Milliarden Euro einsparen, vor allem bei Arbeitslosen, Familien und im öffentlichen Dienst. Auch die Wirtschaft soll zur Kasse gebeten werden. Aus der Union gibt es aber Forderungen, Spitzenverdiener stärker zu belasten, weil das Paket zu unsozial sei.

BUNDESPRÄSIDENT: Die Koalition fand mit Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) rasch einen neuen Kandidaten. In der FDP wird wegen der Debatte über höhere Steuern gedroht, dass Wulff scheitern könnte. Zudem bekommt der rot-grüne Gegenkandidat Joachim Gauck Sympathiebekundungen aus dem schwarz-gelben Lager.

GESUNDHEIT: Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) ist mit dem Plan einer einkommensunabhängigen Pauschale für Kassenversicherte vorerst gescheitert, weil die CSU dies ablehnt. Daraufhin attackierten sich FDP und CSU mit gegenseitigen Beschimpfungen.

OPEL-HILFEN: Nachdem Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) Staatsbürgschaften für Opel abgelehnt hatte, erweckte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erst den Eindruck einer Alternativlösung. Dann machte sie deutlich, es gebe keine Möglichkeit direkter Bundeshilfen.

BILDUNG: Bund und Länder haben sich zwar auf einen Qualitätspakt für eine bessere Lehre verständigt. Merkel erteilte dem Länderwunsch nach einem höheren Anteil vom Mehrwertsteueraufkommen des Bundes aber zumindest bis 2013 eine Absage.

ATOMLAUFZEITEN: Die Frage längerer Laufzeiten der Atommeiler sollen bis Mitte Juli geklärt werden. Strittig ist die Einbeziehung des Bundesrats, denn Schwarz-Gelb hat hier keine Mehrheit mehr.