Hamburg (dpa) - Bafana Bafana ist heiß auf den Anpfiff, für Ghanas «Black Stars» soll sich der Blitz-Umzug ins Zocker-Paradies Sun City auszahlen. Titelverteidiger Italien glaubt nicht an eine «Missione Impossibile», bei den Engländern herrscht Fluch-Verbot: Die 32 WM-Teams sind bereit für die WM.

Für Gastgeber Südafrika und drei weitere Teams geht das Abenteuer der ersten Fußball-WM auf afrikanischem Boden am Freitag los. «Diesem Tag hat das Land seit Jahren entgegengefiebert, wir dürfen die Menschen nicht enttäuschen», forderte Torwart Moneeb Josephs vor dem WM-Auftakt gegen die starken Mexikaner.

Volksheld Nelson Mandela, Präsident Jacob Zuma und mehr als 80 000 Landsleute im Soccer City Stadium von Johannesburg mit den laut trötenden Vuvuzelas wollen ihrer Mannschaft beistehen. Milliarden TV-Zuschauer sind gespannt auf den ersten Auftritt der Gastgeber. «Die Vuvuzelas müssen unser zwölfter Mann werden», forderte Trainer Carlos Alberto Parreira, ein Fußball-Fuchs - und Realist: «Wir haben zunächst nur ein Ziel, und das ist, die Vorrunde zu überstehen», sagte der Brasilianer.

Dies wird auch für Deutschlands Gruppengegner Ghana schwer. Doch die Schwarzen Sterne strahlten nach dem Quartierwechsel ins noble Sun City Hotel schon vor dem ersten Anpfiff. «Wir brauchen den richtigen Rahmen für Geist und Mentalität, um gut in die Weltmeisterschaft starten zu können», sagte Stammkeeper Richard Kingson drei Tage vor dem Auftaktmatch gegen Serbien. Am Abend waren die Westafrikaner nach einem Aufstand der Spieler wegen der angeblich «ärmlichen» Ausstattung aus ihrer WM-Unterkunft in Pretoria geflohen und in die 130 Kilometer entfernte Edel-Herberge gezogen. Dort genießen die Profis nun den Luxus.

Weltmeisterlich logiert auch Rekord-Weltmeister Brasilien. Beim Confederations Cup war die Seleção noch belächelt worden, weil sie sich noch nicht auf Hotelsuche gemacht hatte. Jetzt wohnen Kaká und Co. im nagelneuen Fairway Hotel im Johannesburger Stadtteil Randpark - in topmodernen Einzelzimmern mit Blick auf den herrlichen Golfplatz. «Wir waren die vorletzten, die gebucht haben - und haben jetzt das Beste», schwärmt Pressesprecher Rodrigo Paiva.

In der Squadra Azzurra ist die Stimmung nach den schwachen Testspielen dagegen eher durchwachsen: Große Hoffnungen, geringe Chancen - vier Jahre nach dem Triumph bei der WM in Deutschland ist Italiens Glanz verblasst. «Favoriten sind Brasilien und Spanien», räumte selbst Nationaltrainer Marcello Lippi vor dem Auftakt am Montag gegen Paraguay ein. Seine Spieler seien aber nicht alt, betont der Coach: «Sie haben Erfahrung und Charisma.»

«Wir wissen, was wir können, und wollen diesen Cup wieder mit nach Hause nehmen», sagte Italiens derzeit verletzter Mittelfeldregisseur Andrea Pirlo. Abschreiben sollte man Italien daher nicht, meint Verbandspräsident Giancarlo Abete und erinnert: «Vergesst nicht, wir sind immer noch Weltmeister!»